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: Wunder gibt es immer wieder: China

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Es ist ein seltsamer Titel, so wie jeder Titel seltsam ist, der den Leser glauben machen will, eine Zahl sei eine überzeugende Klammer - ebenso gut hätte das Buch deshalb "Die vier großen Köstlichkeiten Chinas" heißen können, um im Innenteil das riesige Reich etwa in die Abschnitte Essen, Denken, Land und Leute zu unterteilen.

          Es ist ein seltsamer Titel, so wie jeder Titel seltsam ist, der den Leser glauben machen will, eine Zahl sei eine überzeugende Klammer - ebenso gut hätte das Buch deshalb "Die vier großen Köstlichkeiten Chinas" heißen können, um im Innenteil das riesige Reich etwa in die Abschnitte Essen, Denken, Land und Leute zu unterteilen. Nun aber haben die Kapitel Namen wie "Die Pflanzenwelt", "Die Verbotene Stadt", "Ethnische Minderheiten", "Das Grab des ersten Kaisers", "Bronzearbeiten" und was es sonst an großen Wundern gibt, bis siebzig Aspekte beieinander sind. Die Beiträge sind meist kurz und zeichnen sich eher selten durch eine Freude an sprachlicher Poesie aus. Stattdessen klammern sich die zweieinhalb Dutzend Autoren - allesamt internationale China-Experten, wie es dem Schutzumschlag zu entnehmen ist - an schier endlose Listen historischer Daten, geradeso, als ließen sich Wunder nur mit Zahlenwerk bannen. Gegen die Präzision eines Lexikons ist nicht viel einzuwenden; nur macht sie die Lektüre mühsam, und der Gewinn für den Nichtsinologen hält sich in Grenzen. Umso mehr Freude hat man an der üppigen Bebilderung. Sport zählt übrigens nicht zu den chinesischen Wundern, obwohl das Buch sicher nicht zuletzt der Olympischen Spiele wegen gerade jetzt erscheint. Vielleicht findet sich das Thema in einem Folgeband "Die 140 kleinen Wunder Chinas". - Unsere Abbildung zeigt das Verwaltungsgebäude der staatlichen Fernsehanstalt China Central Television in Peking.

          F.L.

          "Die 70 großen Wunder Chinas" von Jonathan Fenby. Frederking & Thaler Verlag, München 2007. 304 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Gebunden, 29,90 Euro.

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