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: Über allen Gipfeln ist Ruh'

  • Aktualisiert am

Der Titel ist irreführend. Denn gerade vom Mythos der Berge ist wenig zu spüren in diesem flott zusammengerührten Potpourri, das alles enthält, das einem zum Stichwort "Berge" sogleich einfällt: Bergwald und Gipfelkreuz, Tatzelwurm und Edelweiß, Ötzi und Yeti. Dazu ein wenig Geschichte, Literatur und Kunst: Barbarossa und Dürer, Haller und Goethe, Compton und Platz.

          Der Titel ist irreführend. Denn gerade vom Mythos der Berge ist wenig zu spüren in diesem flott zusammengerührten Potpourri, das alles enthält, das einem zum Stichwort "Berge" sogleich einfällt: Bergwald und Gipfelkreuz, Tatzelwurm und Edelweiß, Ötzi und Yeti. Dazu ein wenig Geschichte, Literatur und Kunst: Barbarossa und Dürer, Haller und Goethe, Compton und Platz. Als einen "amüsanten und anregenden Streifzug" durch die Bergwelt empfiehlt der Verlag das Buch. Mit einem Streifzug haben wir es denn auch zu tun, einem recht eiligen allerdings. Immer, wenn ein Kapitel interessant zu werden beginnt, hört es auch schon wieder auf. Amüsant aber sollen wir wohl Kapitelüberschriften wie "TÜV für Bergforscher" oder "Primel on the Rocks" finden. Daß die Autoren keine Zeit gefunden haben, in ihre Streifzüge die Bergwelten Afrikas, Amerikas, Grönlands und der Antarktis einzubeziehen, daß Olymp, Kilimandscharo, Denali nicht vorkommen, ist keine Geschmackssache mehr, sondern unverständlich. Auch die überhebliche Häme, mit der sie historische Phänomene (Gipfelkreuze) oder Texte (Hermann von Barth) abtun, ist ärgerlich, weil sie die Unfähigkeit erkennen lassen, Geschichte zu verstehen. Der Verlag schneidet nicht besser ab: Flüchtigkeitsfehler, wie dem dichtenden Zeitzeugen Meyer unterschiedliche Vornamen (auf einer Seite!) anzuhängen, oder die Verwechslung von karolingischer und ottonischer Buchmalerei gehören noch zu den läßlichen Sünden. Die Bildauswahl ist, zurückhaltend gesagt, lieblos und die Zuordnung von Bildmotiven zu Textkapiteln oft nicht nachvollziehbar. So wundert man sich auch nicht mehr über fehlende oder nichtssagende Bildlegenden.

          H.E.R.

          "Mythos Berge. Götter, Gipfel und Geschichten" von Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld. blv, München 2005. 208 Seiten, 116 Abbildungen. Gebunden, 24,90 Euro. ISBN 3-405-16890-2.

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