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: So munter sprudelt Stuttgart

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Dreiundvierzig Millionen Liter Mineralwasser täglich: So verschwenderisch zeigen sich die Quellen der Stadt Stuttgart. Die Hälfte davon ist gefasst, fließt in Mineralbäder und Trinkbrunnen, der Rest verläppert, wie man dort sagen würde, fließt ins Grundwasser oder in den Neckar. Noch mehr Mineralwasser gibt es in Europa nur noch in Budapest.

          Dreiundvierzig Millionen Liter Mineralwasser täglich: So verschwenderisch zeigen sich die Quellen der Stadt Stuttgart. Die Hälfte davon ist gefasst, fließt in Mineralbäder und Trinkbrunnen, der Rest verläppert, wie man dort sagen würde, fließt ins Grundwasser oder in den Neckar. Noch mehr Mineralwasser gibt es in Europa nur noch in Budapest. Die Stuttgarter Autoren Schukraft und Kress stellen Geschichte und Gegenwart der "Bäderstadt Stuttgart" vor, Grafiken erläutern das komplizierte Zusammenspiel aus Regen, Gesteinsschichten und Wasserfluss, die aus Niederschlägen bei Sindelfingen das Cannstatter Mineralwasser werden lassen. Die umständliche Sprache hätte nach einem strengeren Lektorat verlangt - auch die Gliederung. Unstrukturiert plätschert der Text zuweilen dahin, so üppig wie die Stuttgarter Quellen, aber halt selten gefasst. Schon die Römer bauten hier Thermalbäder, und im Mittelalter soll es vier öffentliche Badestuben gegeben haben. Im Buch finden sich Stiche und Zeichnungen früher Baderiten sowie Fotos der aktuellen Frei-, Hallen- und Mineralbäder, denn ein bisschen ist das in Zusammenarbeit mit den Kur- und Bäderbetrieben Stuttgart erschienene Buch auch ein Werbeträger. Tatsächlich dürfte bis heute nicht vielen bekannt sein, dass die schwäbische Landeshauptstadt eine veritable Bäderstadt ist, wenngleich der Zusatz "Bad" nur für den Ortsteil Cannstatt gilt. Vielleicht könnte das Mineralbad Leuze noch heute werben wie vor fast hundert Jahren: "Sie haben es nicht nötig, in teure Bäder zu reisen!", das Wasser hier sei so wirksam wie in Kissingen, Nauheim und Kreuznach. Diese Annoncen hätten, so die Autoren, bewusst auf die hiesige Bevölkerung gezielt, denn "welches Schwabenherz schlägt da nicht höher, wenn man sparen kann".

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          "Bäderstadt Stuttgart. Geschichte, Kultur und modernes Bäderleben" von Harald Schukraft und Wolfgang Kress. Markstein Verlag, Filderstadt 2006. 136 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Gebunden, 24,90 Euro. ISBN 3-935129-26-2.

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