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Rezension: Sachbuch : Lustreise zum himmlischen Ziel

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Die Pilgerwege von Deutschland über Frankreich und Spanien zum Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela am "Ende der Welt" haben die verschiedensten Namen gehabt. "Jakobsweg der Freude" ist nicht darunter, der Name ist neu. Das verwundert, will doch Bert Teklenborg den Nutzer seines Wanderreiseführers ...

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          Die Pilgerwege von Deutschland über Frankreich und Spanien zum Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela am "Ende der Welt" haben die verschiedensten Namen gehabt. "Jakobsweg der Freude" ist nicht darunter, der Name ist neu. Das verwundert, will doch Bert Teklenborg den Nutzer seines Wanderreiseführers "so nahe wie möglich an die Situation, die Stimmung der Pilger des Mittelalters" heranführen. Wallfahrten und Pilgerreisen im Mittelalter waren aber keine Vergnügungs- und Lustreisen, Pilger waren "Fremde" in dieser Welt und unterwegs zum heiligen Ort, letztlich zum himmlischen Ziel. Diese Seelen- und Gemütsverfassung ist heute kaum noch zu vermitteln. Auch nicht, wenn man den modernen Menschen auf dem Weg von Straßburg nach Santiago de Compostela durch karge Landschaften, dunkle Wälder und vorbei an alten Kirchen und Klöstern schickt. Heute ist der Weg das Ziel. Und der Verfasser sollte sich auch zu diesem neuen Grundgefühl bekennen, legt er dann doch als gewissenhafter und verantwortungsvoller Routenplaner das Fundament dafür, daß der Jakobsweg selbst "zum Mittler der Freude" wird. Unter dem Aspekt des Wanderns kann der moderne Pilger sich auf die durchgehende Route machen vom Mont St-Odile bei Straßburg bis nach Santiago im fernen Galicien. Vier Streckenübersichten geben ihm einen ersten Überblick über die Fußreise vom Elsaß durch die Vogesen nach Burgund, von Taizé über Le Puy nach Conques, vom Lot durch die Gascogne zu den Pyrenäen und schließlich auf dem spanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Siebenundsiebzig Karten, die schematisch den Wegeverlauf nachzeichnen, sowie zahlreiche Abbildungen ergänzen die ausführliche und exakte Beschreibung der Teilstrecken mit den Sehenswürdigkeiten. Wertvoll sind nicht nur die praktischen Hinweise und die kleinen Sprachführer Französisch und Spanisch, sondern auch das Ortsregister, das ein schnelles Auffinden der einzelnen Stationen ermöglicht. Weil Teklenborg bei aller Faktenanhäufung und Gewissenhaftigkeit die Faszination der "unberührten Natur" und des Unterwegsseins mit Gleichgesinnten nicht vergißt, darf man ihm nicht verwehren, vom "Jakobsweg der Freude" zu sprechen.

          A.W.

          "Jakobsweg der Freude" von Bert Teklenborg, Salem Edition, Salem 2002, 2. Auflage. 168 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Karten. Broschiert, 16 Euro. ISBN 3-9805535-0-7.

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