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Rezension: Sachbuch : Ferne

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"Australien" von Roff Martin Smith. Erschienen in der Reihe "National Geographic Traveler". National Geographic Society, Washington 2001. Deutsche Ausgabe veröffentlicht von Gruner & Jahr/RBA, Hamburg 2001. 400 Seiten, zahlreiche Farbfotografien, Karten und Pläne. Broschiert, 19,95 Euro. ISBN 3-934385-28-1.In ...

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          "Australien" von Roff Martin Smith. Erschienen in der Reihe "National Geographic Traveler". National Geographic Society, Washington 2001. Deutsche Ausgabe veröffentlicht von Gruner & Jahr/RBA, Hamburg 2001. 400 Seiten, zahlreiche Farbfotografien, Karten und Pläne. Broschiert, 19,95 Euro. ISBN 3-934385-28-1.

          In der Reihe sind bisher erschienen: Florida, Kalifornien, Kanada, Karibik, London, New York, Paris, Rom, Spanien, Sydney und Thailand.

          National Geographic" ist ein Markenname mit internationalem Klang, der etwas Patina angesetzt hat. Es handelt sich also, wie man heute sagt, um einen Mythos. Das ist für die 1888 gegründete National Geographic Society Grund genug, mit der Zugkraft ihres Namens zu wuchern und die vor einigen Jahren eingeleitete Expansion im Ausland weiter voranzutreiben. Nachdem sie vor gut zwei Jahren eine deutsche Version ihres "National Geographic Magazine" gestartet hat, sind seit ein paar Monaten die Reiseführer an der Reihe, die auch nach der Übersetzung noch "Traveler" heißen. Zwölf Titel sind bisher erschienen, zwölf weitere sollen pro Jahr folgen, bis wenigstens achtundvierzig beisammen sind. An einen Erfolg glaubt der Verlag unter anderem, weil er "eine große fotografische Kompetenz" habe - also ein opulentes Archiv mit vielen schönen Bildern. Dieses wird für die Führer kräftig geplündert, was bei Bänden wie dem über Australien kein Schaden ist. Der Kontinent wird in seiner ganzen Großartigkeit abgebildet, und bei fast jedem Foto bedauert man, daß man es nicht im Zeitschriftenformat bewundern kann. Der Text ist glücklicherweise kein Recycling aus dem Magazin, sondern von einem ausgewiesenen Australien-Kenner eigens verfaßt. Obwohl einige gewöhnungsbedürftige Eigenheiten englischer Reiseliteratur wie die direkte Anrede des Lesers in der Übersetzung beibehalten wurden, hat man viel Freude an dem Text, vor allem an den klugen Gedanken über das Wesen des Kontinents und den Differenzierungen jenseits des plumpen Schwärmens. Sosehr der - auch in der Sprachwissenschaft bewanderte - Autor das Land und seine Menschen preist, so wenig verhehlt er, daß bis vor einigen Jahren ",australische Küche' ein Oxymoron" gewesen sei, also eine Kombination zweier sich widersprechender Begriffe, und im wesentlichen aus Hefeextrakt-Sandwiches, knorpeligen Schweinefleischpasteten und wäßrigem Gemüse bestanden habe. Leider muß sich der Autor oft recht kurz fassen, denn das Primat gehört immer den Fotografien. Auch die praktischen Hinweise sind so knapp, daß Individualreisende nur mit diesem Buch im Gepäck nicht weit kommen. Trost muß man bei den Bildern suchen, allerdings nur so lange, solange man noch nicht in Australien ist. Angesichts der Wirklichkeit hat man für den Reiseführer nur mehr bedingt Verwendung. (str.)

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