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Rezension: Sachbuch : Ferne

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          "Hüter der Sonne. Begegnungen mit Zimbabwes Ältesten" von Chenjerai Hove und Illija Trojenow. Frederking & Thaler Verlag München 1996. 128 Seiten, 124 Farbfotos, 58 Mark. ISBN 3-89405-353-4.

          Fünfhundert Jahre nachdem Vasco da Gama Afrika umsegelt hat, sind die Beziehungen zwischen Europa und Afrika immer noch gestört. Während wir uns um den Export unserer Kultur, unserer Marktwirtschaft und unserer parlamentarischen Demokratie bemühen, bestehen noch die alten afrikanischen Werte, allerdings von dieser Konfrontation in ihren Wurzeln tief bedroht: Zwischenstufen neuer Entwicklungen und transitorische Zustände schaffen Unsicherheit. Chenjerai Hove, einer der bedeutendsten Dichter Zimbabwes, und Ilija Trojanow, in Kenia geborener Autor und Verleger, haben alten Menschen (Stammeschefs, Frauen, Bauern, einen Künstler, ein Medium, einen Medizinmann) über eine veränderte Welt befragt. Zwar leiden die Alten überall unter einer Evolution, die schneller geht, als sie sie begreifen können, hier jedoch handelt es sich um radikale Wandlungen, die eine ganze Tradition aus dem Gleichgewicht bringen. In kurzen Texten wird diese Tradition plastisch geschildert, Ausdruck einer eindrucksvollen Weisheit, die allerdings für den von der Aufklärung geprägten Westeuropäer schwer verständlich bleibt. Die Rolle der Blutopfer zum Beispiel ist für uns mit Entsetzen belegt, und auch die Diktion, so poetisch sie sein mag, ist oft geistig nicht nachvollziehbar. Sagen die Ältesten Zimbabwes, daß Worte sich nicht verteidigen lassen? Es heißt also respektieren, bevor man versteht. Fotos, Layout und Typographie sind außerordentlich gut gelungen. (G.W.M.)

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