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Rezension: Sachbuch : Ferne

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          "Der Nil. Begegnung mit dem Horizont" von Eva Ambros und Bernhard Streck, Fotos von Georg Kürzinger. Verlag Bucher, München 1996. 87 Seiten, zahlreiche Farbbilder, fünf Karten. Gebunden, 39,80 Mark. ISBN 3-7658-1065-7.

          In den ältesten Inschriften wird die Nilquelle "Beginn der Welt" genannt, und seine Mündung galt lange Zeit als "Nabel der Welt". Auf die großartige Zivilisation Altägyptens schließen sich stromaufwärts andere Kulturen an, bis in die Quellgebiete, wo primitive oder rückständig genannte Völker wohnen. Das wissenschaftliche Weltbild Europas erfaßt den Nil von der Mündung her. Aber das Innere Afrikas, aus dem die Nilflüsse kommen, scheint auch noch manches Geheimnis zu verbergen. Von den faszinierenden Kulturen Afrikas zur christlichen Festung Äthiopiens, vom mächtigen Pharaonenstaat zum Zauber islamischer Reiche, auf seinem 6671 Kilometer langen Weg von den zentralafrikanischen Bergen in Burundi bis zum Mittelmeer durchquert der längste Fluß der Erde Regenwälder, Savannen, Sümpfe, Wüsten und Palmenhaine. Nachdem zu den zwei Jahrhunderten ägyptologischer Forschung auch mindestens 150 Jahre ethnologische Recherche in den übrigen Nilländern getreten sind, lohnt es sich, das Tal und das Einzugsgebiet dieses Flusses als Einheit zu betrachten. Das vorliegende Buch hilft die zahlreichen Aspekte dieser Einheit zu begreifen, indem es sie geographisch, historisch, kulturell in Wort und Bild plastisch darstellt. Die Autoren, eine Ägyptologin, ein Ethnologe und ein bekannter Fotograf haben das gelungene Werk in zwei Teilen verfaßt (Strom der Geschichte und Reisen am Nil). Kürzere Kapitel beschäftigen sich mit Details wie der Körperbemalung der Nuba, Expeditionen am Blauen Nil oder der Rettung Abu Simbels. Ein lehrreiches und schönes Buch ist so entstanden. (G.W.M.)

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