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Rezension: Sachbuch : Ferne

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          1 Min.

          "Afrikanische Reporterspur" von Georg Brunold. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 1995. 186 Seiten. 38 Mark. ISBN 3 85823 563 6.

          Kontinent der Krankheiten und Katastrophen, Krisen und Kriege: Das ist das Bild Afrikas in der restlichen Welt. Die Berichterstattung über afrikanische Themen spielt selbst in den großen Zeitungen Europas keine bedeutende Rolle, was nicht etwa im Mangel an Inhalten begründet sein kann. Vielmehr scheint es, daß der Schwarze Kontinent dem europäischen Verständnis ferner liegt als manch ferner gelegenes Land. Afrika ist unübersichtlich, selbst für die Korrespondenten in Nairobi, die von ihrem Dienstsitz aus in der Regel gleich für mehrere Dutzend Länder zuständig sind. Wer könnte da einen Überblick gewinnen, ihn gar auf Dauer behalten. Georg Brunold schrieb von Nairobi sechs Jahre lang, bis 1995, Reportagen für die Neue Zürcher Zeitung. Den Texten freilich, die er für den Band "Afrikanische Reporterspur" versammelt hat, fehlt der objektive Blickwinkel des Nachrichtenvermittlers. Das ist Absicht, denn es sind - gleichwohl sie zum überwiegenden Teil ebenfalls in der Neuen Zürcher veröffentlicht wurden - Nebenprodukte der Recherche: Betrachtungen, Reflexionen, Selbstgespräche. Der Parlando-Ton, der sich durch die Skizzen zieht, soll unangestrengt wirken. Tatsächlich jedoch entwickeln diese Suaden, die einander, je mehr von ihnen man liest, immer ähnlicher werden, schnell einen Sog hinunter ins allgemein Korrespondentenhafte. An der Hotelbar in Nairobi, unter gleichfalls Eingeweihten, reichen sie womöglich aus fürs Gespräch oder den Monolog: die Verkürzungen und Anspielungen, das selbstgefällig zirzensische Wirbeln mit Namen und Daten. Man erfährt viel über Georg Brunold, wie er hier erzählt. Von Afrika hingegen erfährt man nicht viel. (A.O.)

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