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Rezension: Sachbuch : Europa

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"Mein Garten" von Vita Sackville-West. Mit Fotos von Marion Nickig. Piper Verlag. München 2001. Taschenbuch Nr. 3158. 558 Seiten, vierzig Abbildungen. Broschiert, 26,90 Mark. ISBN 3-492-23158-6.Der Garten von Sissinghurst Castle in der südenglischen Grafschaft Kent gehört zu jenen Attraktionen des ...

          "Mein Garten" von Vita Sackville-West. Mit Fotos von Marion Nickig. Piper Verlag. München 2001. Taschenbuch Nr. 3158. 558 Seiten, vierzig Abbildungen. Broschiert, 26,90 Mark. ISBN 3-492-23158-6.

          Der Garten von Sissinghurst Castle in der südenglischen Grafschaft Kent gehört zu jenen Attraktionen des "National Trust", die zu guten, also schlechten Zeiten Eintrittskarten mit eingebauten Warteschleifen vergeben - wie hierzulande etwa Ärzte und Behörden. Das Gartenreich von Vita Sackville-West, der Dichterin, Dynastin und Hobbygärtnerin, ist für seine internationalen Besucher jederzeit ein Ort der Erbauung wie der Bewunderung und einer der großen Gärten Englands sowieso. Als Vorbild, wie man denken mag, ist er nur sehr bedingt geeignet. Da die adlige Besitzerin ihr Reich buchstäblich von Grund auf selbst geschaffen hat, im großen wie im kleinen, lag es nah, daß sie auch in ihrem Schreiben dieser Liebe Ausdruck gab - auch und vor allem den Besitzern kleiner Gartenreiche zuliebe, "die nicht wissen, was sie damit anfangen sollen". Über mehr als ein Vierteljahrhundert hat sie in Kolumnen für den britischen "Observer" ihre Arbeit begleitet, hat mit Wacholder Optimismus unter die Gärtner mit alkalischen Böden gesät oder darüber räsoniert, warum in Shakespeares Werk dem Schneeglöckchen so wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Vor allem aber hat sie immer wieder ihren reichen Schatz an gärtnerischer Kunst und an Erfahrung umgeschichtet - meist, wie sie beklagt, auf viel zuwenig Platz: nicht Platz im Garten, sondern im "Observer". Immerhin sind daraus in den fünfziger Jahren vier Bücher entstanden. Aus diesen Büchern wiederum hat Julia Bachstein einen Jahreskranz geflochten, der in vier Kapiteln, den vier Jahreszeiten angepaßt, die Arbeit draußen im Lesesessel nachverfolgen läßt. Vierzig Fotos wecken Lust, es der Autorin gleichzutun - vorausgesetzt, das ungemein detailreiche Register, das allein der Rose drei Spalten vorbehalten hat, dämpft nicht die Lust am Pflanzstock. (mbe)

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