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Rezension: Sachbuch : Europa

  • Aktualisiert am

          2 Min.

          "Politisches Lexikon GUS". Von Roland Götz und Uwe Halbach. 445 Seiten mit Skizzen, Tabellen und Übersichten. Taschenbuch. Dritte, neubearbeitete Auflage. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1996. 28 Mark. ISBN 3-406-40597-5.

          Mit dieser dritten und neubearbeiteten Auflage aus der Beck'schen Verlagsbuchhandlung wurde es höchste Zeit, weil es an aktueller Literatur über die Mitgliedstaaten der GUS mangelt. Der Band berücksichtigt neben der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Länder auch einen Aufsatz über die wirtschaftliche Integration der GUS-Staaten: Armenien, Aserbaidschan, Belarus (Weißrußland), Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Moldova, Rußland, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine und Usbekistan. Wer aus welchen Gründen auch immer nach Osteuropa und Zentralasien reist, nach Taschkent geschäftlich oder als Tourist zu den schönen Orten der Seidenstraße, Buchara, Chiwa, Samarkand und Schachrisabs, kommt um dieses dokumentarisch vorzüglich gemachte Buch nicht herum. Die Autoren halten für jedes Land ein umfangreiches Kapitel bereit und stellen mit dieser fundierten Information so manches derzeitig noch lieferbare und überholte Reisebuch in Frage. Für die Republik Usbekistan heißt das: Beschreibung des Territoriums, Bevölkerung, Geschichte, Entwicklung zwischen Sowjetrepublik und Unabhängigkeit, Außenund Sicherheitspolitik, Religion und Kultur, ökologische Probleme, Landwirtschaft, Industrie, Privatisierung, Landreform, soziale Lage und wirtschaftliche Zukunftsaussichten. Wenn Roland Götz und Uwe Halbach vorsichtig formulieren, daß "Usbekistan seit Dezember 1992 eine neue Verfassung hat, die der Präsident mehrfach als ein sorgsam geprüftes demokratisches Dokument bezeichnete", und obendrein zusätzlich auf die "erheblichen Vollmachten für den Präsidenten" hinweisen, dann wird die usbekische Gegenwart treffend charakterisiert. Von einer Demokratie im westlichen Verständnis ist Usbekistan weit entfernt. Mit dem Begriff usbekische Stabilität und dem Hinweis auf die destabilen Nachbarn Tadschikistan und Afghanistan und die fundamentalistischen islamischen Kräfte, die im Land selbst kaum ein Usbeke als Gefahr ansieht, lassen sich Korruption, Altsowjetisches und Undemokratisches rechtfertigen und namhafte Investoren auch aus Deutschland anlocken. Nicht zufällig hat Präsident Karimow einen Staatskult um Timur Lenk (Tamerlan) inszeniert. Sein Name steht für die glanzvollen Bauten von Samarkand, aber auch für rücksichtslose Eroberung in dieser zentralasiatischen Region. Das "Politische Lexikon GUS" aus der Beck'schen Länderreihe ist ein akzeptabler guter Anfang. Dabei kann es aber nicht bleiben. (hph.)

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