https://www.faz.net/-gqz-2ik2

Rezension: Sachbuch : Deutschland

  • Aktualisiert am

          1 Min.

          "Denk ich an Münster - Sechsunddreißig Ansichten einer Stadt" herausgegeben von Jürgen Böckling. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster 2000. 287 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Gebunden, 38 Mark. ISBN 3-402-05362-4.

          Münster du hast es besser. Dafür sorgen schon die vielen guten Freunde aus Funk, Film, Presse, Politik und Kultur. Um ihre Meinung von Münsters Öffentlichkeitsdezernent Jürgen Böcking gebeten, fiel angefangen von Jasper von Altenbockum, dem Korrespondent dieser Zeitung in Stockholm, bis Dr. Klaus Zumwinkel, dem Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG, insgesamt drei Dutzend Wohlwollenden nur Gutes zur braven Stadt ein. Oft spricht pure Dankbarkeit aus den Texten: Das in rote Ziegel und Nottulner Sandstein gefaßte Idyll verhalf immerhin so manchem Erstsemestler auf die Sprünge in die große, weite Welt. Weil man es in Münster ordentlich mag, legen die Befragten in alphabetischer Reihenfolge Zeugnis ab. Daraus entstanden ist ein dickes Buch, geschrieben wird aus der Erinnerung lang verjährter Studentenzeiten oder noch entfernterer Kinderjahre. Man weiß: Die Erinnerung schönt. Als ob Münster, die beste aller möglichen Provinzstädte, das nötig hätte. Denn noch gilt, was der Herausgeber in die Einleitung schrieb: "Lieber arbeitslos in Münster als Lehrer in Recklinghausen." Das hätte man freilich gern früher gewußt. So aber hat keiner derer, die in diesem Band über die Stadt schreiben, den direkten Weg ins Glück eingeschlagen - nämlich Lehrer in Münster zu werden. Die meisten sind sogar weggezogen, Udo Lindenberg etwa oder Ute Lemper. Wie man über den Umweg von Altbier der Marke Pinkus Müller, luftgetrocknete Mettendchen und Korn zumindest einen Moment Seligkeit erfahren kann - dies Buch gibt davon fast eine Vorstellung. (ksi)

          Weitere Themen

          Die Fleischerfaust des Genies

          Roman über Georg Heym : Die Fleischerfaust des Genies

          Mit „Der Gott der Stadt“ schreibt Christiane Neudecker eine Hommage an den jung verstorbenen Lyriker Georg Heym. Das Werk ist gleichzeitig Künstler-, Wende- und Berlin-Roman – und fragt, was echte Genies ausmacht.

          Zurück in die Moderne

          FAZ Plus Artikel: Proteste in Beirut : Zurück in die Moderne

          Im Zentrum der libanesischen Hauptstadt schlug vor dem Bürgerkrieg das Herz des Landes. Nun besetzen die Demonstranten in Beirut den öffentlichen Raum – und erobern seine Geschichte zurück.

          Topmeldungen

          Angeklagter: Der 93 Jahre alte Bruno D. wird aus dem Gerichtssaal in Hamburg geschoben.

          Prozess um SS-Wachmann : Eine große Umarmung

          Im SS-Prozess in Hamburg sagt ein früherer Häftling des KZ Stutthof aus. Er berichtet von furchtbaren Taten und Erlebnissen. Und er will dem Angeklagten vergeben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.