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Rezension: Sachbuch : Deutschland

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          "Mecklenburgische Residenzen" von Matthias Barth (Text und Fotos). E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1996. 91 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen, einigen Schwarzweiß-Stichen, einer Karte und einem Register. 38 Mark. ISBN 3-363-00636-5.

          Mit der Gründung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und der deutschen Einheit rückte ein Stück Deutschland wieder in den Vordergrund, das lange Zeit in Vergessenheit geraten war. Mit den politischen Meldungen aus dem Schweriner Schloß wurde deutlich, daß es vor den drei nördlichen DDR-Bezirken Neubrandenburg, Rostock und Schwerin dort einmal die Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz gegeben hat. Obwohl die mit dem abwertenden Begriff "Agrarland" belegte Gegend in der Gunst der Touristen heute längst vor den Idyllen der Mark Brandenburg rangiert, wartet das Land zwischen Berlin und der Ostseeküste noch immer auf seine Entdeckung. Die sommerlichen Touristenattraktionen der Ostseeküste und der Mecklenburgischen Seenplatte haben vor allem in der jüngeren Vergangenheit die gotische Backsteinarchitektur der Hansestädte Wismar, Rostock und Stralsund und die "Mecklenburgischen Residenzen" in den Schatten gedrängt. Dänemark, Schweden und Brandenburg-Preußen betrachteten das Land über Jahrhunderte hinweg als Spielball. Was dort in alter Zeit dennoch zwischen den Kriegen entstanden ist und vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und des Sozialismus hinübergerettet werden konnte, ob es nun die Schweriner Schloßanlage ist oder das Jagdschloß Friedrichsmoor, das Kleine Palais in Bad Doberan oder die Orangerie in Neustrelitz, macht dieser kleine Band "Mecklenburgische Residenzen" von Matthias Barth deutlich. Matthias Barth, der seinen eigenen vorzüglichen Farbaufnahmen alte Stiche, Grundrisse und Ansichten sinnvoll zuordnet, beschränkt sich dabei nicht auf den Begriff Residenz und seine übliche Bedeutung. Weil für den Autor ganz selbstverständlich "eine Residenz die Summe aller Baulichkeiten und Parkanlagen ist, bestehend aus Einzelelementen, die untereinander und mit dem städtischen und landschaftlichen Umfeld korrespondieren", stellt er vor allem die großen und kleinen "Mecklenburgischen Residenzen" als Gesamtkunstwerke heraus. (hph.)

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