https://www.faz.net/-gqz-6q367

Rezension: Sachbuch : Deutschland

  • Aktualisiert am

          "Usedom" von Bernd Wurlitzer. Goldstadtverlag, Pforzheim 1996. 254 Seiten. 186 Farbfotos, 73 Schwarzweißabbildungen und 14 Karten. Broschiert, 29,80 Mark. ISBN 3-89550-327-4.

          Mit dem Wiederaufstieg der Ostsee und der Ostseebäder zu einem gesamtdeutschen und europäischen Reiseziel ist ein Büchersegen auf die Leser herabgekommen, der die Auswahl geeigneter Reiseliteratur schwermacht. Das gilt besonders für die zweitgrößte deutsche Insel Usedom, die mit besonders beliebten Seebädern und Sandstränden aufwartet. In der Rangliste der Usedom-Literatur steht Bernd Wurlitzers Buch im guten Mittelfeld. Es könnte ganz vorne rangieren, wenn nur der Inhalt zählte. Wurlitzer läßt keine Fragen offen. Auf vielfältige Weise umkreist und durchquert er die Insel. Wanderwege und Autotouren gehören ebenso dazu wie die Besichtigung naher Städte und Sehenswürdigkeiten. Streifzüge in die Historie der Orte sind obligatorisch, und gutes Kartenmaterial ist auch vorhanden. An einigen Stellen ist des Autors Brille rosarot. Die alte Hansestadt Stettin (polnisch: Szczecin) erstrahlt in seiner Beschreibung im Vorkriegsglanz. Dem ist leider nicht so. Die wenigen Überbleibsel, die den deutschen Wahn und die sozialistische Tristesse überstanden haben, können das deprimierende Bild, das die Stadt heute dem Besucher präsentiert, nicht wettmachen. Der dichte und informative Text wird mit meist briefmarkengroßen Bildchen und willkürlichen Randbemerkungen traktiert. Das "Farbleitsystem", das ein gutes Inhaltsverzeichnis niemals ersetzen kann, ist wohl ein Tribut an den modischen Geschmack der Verlage. Warum eine Buchseite heutzutage unbedingt die Ästhetik eines Computerbildschirms haben muß, ist ein wohlgehütetes Geheimnis. So bleibt es beim reichhaltigen Text, den man all jenen empfehlen kann, die in diesem Sommer ein Stückchen Ostseeküste wiederentdecken wollen. (sti)

          Weitere Themen

          Wie können Mint-Fächer attraktiver werden?

          Hohe Abbruchrate : Wie können Mint-Fächer attraktiver werden?

          Studenten aus dem Mint-Bereich fühlen sich oft überfordert und brechen ab. Das liegt auch an fehlenden Kenntnissen aus dem Schulunterricht. Könnten verpflichtende Vorkurse daran etwas ändern? Ein Gastbeitrag.

          Topmeldungen

          Spitzenfrauen : Harmonie auf Zeit

          Nachdem die Personalien geklärt sind, geht es politisch bald ans Eingemachte: Mindestlohn, Arbeitslosenversicherung, Rüstungsexporte. Die mächtigsten Frauen Europas – Kramp-Karrenbauer, von der Leyen und Merkel – könnten sich dabei in die Quere kommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.