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: Neue Sicht auf Hamburg

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Annemarie Stoltenberg und Michael Seufert ergründen in fünfzehn Kapiteln Hamburgs herben Charme. Dabei interessieren sie sich weniger für das gestylte Antlitz der Stadt als für die noch unentdeckten Zugänge und historischen Hintergründe, weniger für die Schokoladenseite der Alster als für die düstere Hafenseite, die Speicherstadt und im Verborgenen ragenden Fassaden.

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          Annemarie Stoltenberg und Michael Seufert ergründen in fünfzehn Kapiteln Hamburgs herben Charme. Dabei interessieren sie sich weniger für das gestylte Antlitz der Stadt als für die noch unentdeckten Zugänge und historischen Hintergründe, weniger für die Schokoladenseite der Alster als für die düstere Hafenseite, die Speicherstadt und im Verborgenen ragenden Fassaden. So erklären sie etwa unter der Überschrift "Majestäten kommen am Dammtor an", warum man statt am Hauptbahnhof unbedingt am im Jugendstil errichteten einstigen "Kaiser- und Fürstenbahnhof" aussteigen sollte. Eine neue Sichtweise von Hamburg als "Stadt des Wassers" und eine Stadtführung der besonderen Art bietet die Reportage "Hamburg von unten", die einen Ausflug in die 4400 Kilometer lange Abwasserkanalisation unternimmt. Als Kontrast erfährt man, daß es im Turm der St.-Jacobi-Kirche ein "Café im Himmel" gibt, zu dessen Helferschar auch Obdachlose zählen. Die Beiträge kreisen mit Vorliebe um Hamburger Orte und Originale, die in anderen Reiseführern gerne übersehen werden. Mit solider Recherchearbeit rekonstruieren Seufert und Stoltenberg die Lebensläufe Hamburger Galeristen, Reeder, Strafverteidiger und Verleger. Während auch die Betrachtungen über die "Menschen im Hotel", dem "Vier Jahreszeiten", durch scharfe Beobachtung überzeugen, wirken die grellen Kiezstudien wenig originell.

          sg

          "Elbe, Alster, Jungfernstieg. Hamburger Landgänge" von Michael Seufert und Annemarie Stoltenberg. Picus Verlag, Wien 2002. 132 Seiten, Gebunden, 13,90 Euro. ISBN 3-85452-762-4.

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