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: Mit dem Fahrrad in die Römerzeit

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Das Römische Reich hat sich nicht allein mit dem Limes als größtem Denkmal in Europa in unserer Kulturlandschaft verewigt. Auch der zivile Bereich brachte - vor allem in der linksrheinischen Etappe - eine große bauliche Blüte hervor. Sieht man ab von den großen Denkmälern wie der Porta Nigra in Trier, ...

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          Das Römische Reich hat sich nicht allein mit dem Limes als größtem Denkmal in Europa in unserer Kulturlandschaft verewigt. Auch der zivile Bereich brachte - vor allem in der linksrheinischen Etappe - eine große bauliche Blüte hervor. Sieht man ab von den großen Denkmälern wie der Porta Nigra in Trier, ist ein Großteil der Hinterlassenschaften allerdings unerkannt, teils integriert in Nachfolgebauten, teils in der Natur verborgen. Ein Reisehandbuch setzt den Antikenforscher mit achtzehn Wanderungen, sechzehn Fahrrad- und neun Autorouten auf die Spur. Die beginnt bei den alten Römerstraßen, die großenteils auf den Höhenzügen von Hunsrück und Eifel angelegt worden waren und deren Trassen bis heute genutzt werden. So folgt die Autobahn von Mainz nach Koblenz überwiegend der römischen Hunsrück-Höhenstraße, in Bitburg ist die Fußgängerzone in die alte Route von Trier nach Köln einbezogen, andernorts nutzen Feldwege den befestigten Unterbau von einst. Der Autor hat die Ausflugsstrecken mit detaillierten Angaben dokumentiert und hat dabei mancherlei Fitnessübungen mit attraktiven Schauwerten gekrönt. Es gibt auch bequeme Stadtwanderungen mit den Verweisen auf den Denkmalfundus am Ort, aber es überwiegen die Expeditionen im freien Land, wo Fundamente von Landhäusern, Brunnen oder Badeanlagen betrachtet werden können, wo Kelteranlagen oder Brunnenstuben wiederhergestellt sind, wo Tempel, Wachtürme oder Befestigungsmauern rekonstruiert wurden. Sie dienen wie die Kopien von Säulen oder Denkmälern (die Originale sind längst in Museen) der kulturellen Veredelung der reizvollen Landschaft, vermitteln auch heute das Arkadien-Ideal der Klassikepoche. Der Reiseführer macht mit Aspekten des Alltagslebens beim Blick auf Bergwerk, Steinbruch, Wasserleitung oder Grabmal vertraut, er schärft die Wahrnehmung baulicher Eigenheiten wie der im Fischgrätenmuster vermauerten Natursteine, er stellt Kultfiguren wie den Winzergott Sucellus vor oder führt Ortsnamen auf den lateinischen Ursprung zurück. Das Buch taugt dazu, weite Entdeckungen in örtlicher Nähe zu eröffnen.

          ric.

          "Straßen der Römer" von Heinz-Egon Rösch. Leinpfad Verlag, Ingelheim 2007. 135 Seiten, zahlreiche Karten und Fotos. Broschiert, 12,90 Euro.

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