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: Jeder Kirche ihr Ausgehviertel

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Köln - und alle Welt denkt an den Dom. Daneben treten die kunstgeschichtlich bedeutenden romanischen Kirchen in den Hintergrund; zu schweigen von den Sakralbauten der Kölner Neustadt, die mit dem städtebaulichen Boom des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts entstanden. Um genau ...

          Köln - und alle Welt denkt an den Dom. Daneben treten die kunstgeschichtlich bedeutenden romanischen Kirchen in den Hintergrund; zu schweigen von den Sakralbauten der Kölner Neustadt, die mit dem städtebaulichen Boom des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts entstanden. Um genau die geht es in dem minutiös recherchierten und mit historischen Aufnahmen, Dokumenten und Grundrissen reich bebilderten Band, den die beiden Historiker Oepen und Schaffer nicht nur herausgegeben, sondern in weiten Teilen auch verfasst haben. Sechs katholische Pfarrkirchen sind nach 1880 außerhalb der etwa zur gleichen Zeit niedergelegten mittelalterlichen Stadtmauern entstanden. Mit St. Michael konnte die erste vor gut hundert Jahren geweiht werden. Wie rasant die städtebauliche Entwicklung in den Jahren von der Pfarrgründung 1898 bis zur Weihe 1906 voranging, belegen ein paar Zahlen. So wuchs die Zahl der Katholiken in der Erzdiözese Köln zwischen 1872 und 1911 um 114 Prozent. Anders gesagt, die Kirchen der Altstadt waren hoffnungslos überfüllt, Neubauten für die anwachsende Menge der Gläubigen dringend nötig. Aus der Tabula rasa des Kölner Umlands schufen die Stadtplaner ein Netz von Diagonalstraßen und sternförmigen Plätzen, deren Point de Vue, wie im Fall von St. Michael, die auftrumpfenden Kirchenneubauten waren. Der Zugewinn an Urbanität dank kluger Planung wirkt noch immer nach. Wie um St. Michael gelten Plätze und gründerzeitliche Straßenzüge um St. Agnes, St. Maternus, Herz Jesu oder Maria Hilf als beliebte Wohnlagen und Ausgehviertel. Dass zwei der sechs damals entstandenen Pfarrkirchen mittlerweile aufgehoben sind, bei zwei weiteren die Aufhebung geplant ist, tut der Attraktivität ihres Umfeld keinen Abbruch.

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          "Kirche, Kanzel, Kloster. Pfarrgründungen, Kirchenbau und Seelsorge in der Kölner Neustadt 1880-1920", herausgegeben von Joachim Oepen und Wolfgang Schaffer. Greven Verlag, Köln 2006. 176 Seiten, 120 Abbildungen, 19,90 Euro.

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