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: Hungrige Touristen, satte Parkgebühren

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Wer fährt noch an die schöne blaue Adria? Das einst beliebte Reiseziel ist aus dem Gesichtskreis vieler deutscher Urlauber geraten. Doch es gibt auch Menschen, die den klassischen Badeorten die Treue halten - die Kärntner etwa, die ja für ein paar Stunden am Meer schnell nach Grado oder an einen der anderen Strände des Friaul hinunterfahren können.

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          Wer fährt noch an die schöne blaue Adria? Das einst beliebte Reiseziel ist aus dem Gesichtskreis vieler deutscher Urlauber geraten. Doch es gibt auch Menschen, die den klassischen Badeorten die Treue halten - die Kärntner etwa, die ja für ein paar Stunden am Meer schnell nach Grado oder an einen der anderen Strände des Friaul hinunterfahren können. Es ist deshalb kein Wunder, dass sich ausgerechnet die Kärntner Autorin Evelyn Rupperti ihrer alten Liebe Grado angenommen hat und dem Städtchen nun mit einem kleinen Buch ein Denkmal des Herzens setzt. "Grado. Der nahe Süden zu jeder Jahreszeit" nämlich möchte den Beweis liefern, dass dieser Ort ganz anders ist als all die anderen, die sich mit ihren Hotelbunkern bis nach Rimini hinunter aneinanderreihen. Der Band rückt deshalb besonders die Vergangenheit Grados ins Licht, das den glanzvollen Aufstieg nicht schaffte, der dem nahen Venedig vergönnt war. Trotzdem: Pilgerzentrum der Völkerwanderungszeit, wichtiger Fischereihafen des Habsburgerreichs, offizieller Kurort der österreichisch-ungarischen Monarchie: Die Autorin versteht es, die Winkel der Altstadt gründlich auf ihre einstige Bedeutung hin auszuleuchten und dabei auch noch dem 1985 verstorbenen Grado-Dichter Biagio Marin in zahlreichen Zitaten ein Revival zu verschaffen. Auch den modernen Fremdenverkehrsort mit Therme, Promenade, Hundebad und allerlei Restaurants legt sie uns ans Herz, allerdings mit einem leisen, warnenden Unterton: Achtung, immenser Andrang Erholungssuchender im August! Dagegen im Winter kalter Nordwind! Vorsicht, im Zentrum satte Parkgebühren! Hilfe, in der Altstadt Stolpergefahr durch allerorts frutti di mare verschlingende Touristen! Solche Anmerkungen machen das Buch glaubwürdig; dennoch weiß der Leser am Ende nicht, ob er Grado nun mögen soll oder nicht und ob nicht eventuell doch die Ausflugstipps für die nahen Naturschutzgebiete, für Aquileia und Schloss Duino der am ratsamsten zu beherzigende Teil des Bandes sind. Die Fotos von Marion und Martin Assam könnten den Ausschlag geben, sie zeigen das malerische Grado mit Fischkuttern, Möwen und Sonnenuntergang in der Lagune, und das sieht recht verlockend aus. Vielleicht sollte man doch mal wieder an die Adria fahren?

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          "Grado. Der nahe Süden zu jeder Jahreszeit" von Evelyn Rupperti. Carinthia Verlag, Wien-Graz-Klagenfurt 2007. 192 Seiten, zahlreiche Fotografien. Broschiert, 18 Euro.

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