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: Hüftschwünge unter Palmen

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Die "Perle der Südsee", die Otto E. Ehlers 1894 erforschte und die das Deutsche Reich 1899 zusammen mit den mikronesischen Inselgruppen von Palau, der Marianen und Karolinen der spanischen Krone abkaufte, gibt es so nicht mehr. Der Autor selbst ist mehr als hundert Jahre tot - vermutlich wurde er ...

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          Die "Perle der Südsee", die Otto E. Ehlers 1894 erforschte und die das Deutsche Reich 1899 zusammen mit den mikronesischen Inselgruppen von Palau, der Marianen und Karolinen der spanischen Krone abkaufte, gibt es so nicht mehr. Der Autor selbst ist mehr als hundert Jahre tot - vermutlich wurde er kurz nach Erscheinen der "Samoa"-Erstausgabe während einer Neuguinea-Expedition von Kannibalen verspeist. Es bleibt sein Reisebuch, das in den anderthalb Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg nicht unerheblich dazu beitrug, die Kolonien-Skeptiker im Reichstag zu besänftigen. Die Diskussion um die Wirtschaftlichkeit der fernen Territorien sollte freilich bald beendet sein. Im 1919 unterzeichneten Versailler Vertrag wurde Deutschand verpflichtet, den Platz an der Südseesonne wieder zu räumen. Ein hymnischer Gesang noch von Gottfried Benn auf die verlorene deutsche Südsee - "Rot ist der Abend auf der Insel von Palau" - und das koloniale Intermezzo im Pazifik war vergessen. Umso begrüßenswerter ist die Neuauflage von Ehlers' Buch. Staunend liest man, dass sich die deutschen Kolonialisten im Gegensatz zu anderen Europäern selbst "in den heißen Tagesstunden . . . von oben bis unten geharnischt", soll heißen in gestärktem Hemd und weißer Jacke, zeigten. Die Samoaner sahen es lockerer, was Ehlers, dem Dandy und Abenteurer aus Hamburg, durchaus gefiel: "Nur Anmut gürtete ihre Lenden" bei dem lasziven Siva-Tanz. Noch Generationen später ist man von Ehlers süffisanter Schilderung der Hüftschwünge angetan - da kann der erste Teil ruhig den "Eindruck von Zimmergymnastik" hinterlassen.

          ksi

          "Samoa. Die Perle der Südsee" von Otto E. Ehlers. Lilienfeld Verlag, Düsseldorf 2008. 187 Seiten. Gebunden, 19,90 Euro.

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