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: Hände weg von Tiefkühlpizza

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Keine anderen Spitzenköche der Welt haben einen so ausgeprägten pädagogischen Eifer wie die britischen Küchenchefs. Angesichts des kulinarischen Analphabetismus vieler ihrer Landsleute bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig. Erst wollte Jamie Oliver die Schulkinder ihrer Majestät vor der Verfettung ...

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          Keine anderen Spitzenköche der Welt haben einen so ausgeprägten pädagogischen Eifer wie die britischen Küchenchefs. Angesichts des kulinarischen Analphabetismus vieler ihrer Landsleute bleibt ihnen auch gar nichts anderes übrig. Erst wollte Jamie Oliver die Schulkinder ihrer Majestät vor der Verfettung retten, jetzt ist der Drei-Sterne-Koch Gordon Ramsay in den Kampf gegen die Fertiggerichte gezogen. Für die Rezepte seiner "schnellen Sterneküche" veranschlagt er maximal 45 Minuten Zubereitungszeit - ein realistischer Wert für den halbwegs geübten Hobbykoch - und geht in diesem Dreiviertelstündchen weit über den in anderen Schnellkochbüchern üblichen Teller Spaghetti mit Tomatensauce hinaus. Bei Ramsey kommen Riesengarnelen mit Orangen und Tequila, Wachteln mit Kohlrabi und Kürbis oder Petersfisch mit süßen Zwiebeln auf den Tisch. Das ist kein Haute-Cuisine-Raffinement, dafür aber eine erfrischende, mit sicherem Gespür komponierte Küche für Menschen, die sich ihren Gaumen noch nicht im Tiefkühlfach ruiniert haben. Und Ramsay bleibt dabei immer ein Feinschschmecker. Nie wird er zum falschen Freund seiner Leser, der augenzwinkernd das ganze Gourmet-Gehampel in der Küche für übertrieben hielte. Stattdessen verlangt er von seinen Nacheiferern ganz selbstverständlich, dass sie sechs verschiedene Essigsorten und im Gewürzschrank Koriander, Kreuzkümmel, Garam Masala, Safranfäden und Sternanis vorrätig haben. Wir können anfangen.

          str.

          "Schnelle Sterneküche" von Gordon Ramsay. Dorling Kindersley Verlag, München 2008. 250 Seiten, zahlreiche Fotos. Gebunden, 24,95 Euro.

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