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: Geistig frisch mit Frau Else

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Gerhard Reischmann hat ein Buch über seine Heimat geschrieben. Reischmann war zwei Jahrzehnte lang Lokaljournalist in Oberschwaben, das merkt man seinem Buch an, im Guten wie im Schlechten. Anrührend und mit viel Nähe gestaltet er seine Porträts, erzählt von Spätaussiedlern und Pfarrern, vom Filmvorführer und von Kriegsgefangenen, von Schreinern und einer Dichterin.

          Gerhard Reischmann hat ein Buch über seine Heimat geschrieben. Reischmann war zwei Jahrzehnte lang Lokaljournalist in Oberschwaben, das merkt man seinem Buch an, im Guten wie im Schlechten. Anrührend und mit viel Nähe gestaltet er seine Porträts, erzählt von Spätaussiedlern und Pfarrern, vom Filmvorführer und von Kriegsgefangenen, von Schreinern und einer Dichterin. Viel Frömmigkeit wird thematisiert, aber auch der WM-Sommer 2006 und Widerstand, gegen Aufrüstung und gegen den Irak-Krieg. Das macht das Buch rührend und für Eingeweihte lesenswert. Doch Reischmann fehlt die Distanz zu seinem Sujet, und so gibt es keine rechte Ordnung im Buch, keinen Rahmen, der all die Einzelteile zusammenhält oder zu einem großen Ganzen zusammenfügen könnte. Es gibt keine Einführung in die Region, keine geschichtlichen Fakten, dafür Bildunterschriften, die den Leser ratlos machen, wenn es in bester Lokalzeitungsprosa etwa heißt, am 15. November habe Johann Leopold Henriss "(rechts mit Frau Else) bei erstaunlicher geistiger Frische seinen 92. Geburtstag gefeiert". Als Heimatbuch haben die "Notizen aus Oberschwaben" sicher ihre Berechtigung, die Aulendorfer und Bad Wurzacher werden es lieben. Nicht-Oberschwaben werden mit dem Buch nicht viel anfangen können. Was aber außer sie selbst niemand stören dürfte.

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          "Menschenskinder. Notizen aus Oberschwaben" von Gerhard Reischmann. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2007. 272 Seiten, zahlreiche Schwarzweißfotografien. Gebunden, 20 Euro.

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