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: Die Liebe des aufrechten Bürgers

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Das Rheinpanorama mit den Kranhäusern von Bothe, Richter, Teherani ist Programm. Nicht der Dom nimmt den Umschlag ein, sondern die Stadt des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Pflichtschuldig folgt dann fast dreißig Seiten lang zwar das sakrale Wahrzeichen der Stadt. Doch seine himmelstürmenden Türme müssen ...

          Das Rheinpanorama mit den Kranhäusern von Bothe, Richter, Teherani ist Programm. Nicht der Dom nimmt den Umschlag ein, sondern die Stadt des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Pflichtschuldig folgt dann fast dreißig Seiten lang zwar das sakrale Wahrzeichen der Stadt. Doch seine himmelstürmenden Türme müssen sich mit den Lichtstelen auf dem neugestalteten Bahnhofsvorplatz messen. Und im Innern des gotischen Gebirges leuchtet der bunte Quadratteppich des 2007 von Gerhard Richter entworfenen Fensters gegen die mittelalterliche Finsternis an. Köln probt den Imagewechsel, was keine anderen Fotografen als die der Agentur laif besser dokumentieren könnten. Schließlich hat die Agentur ihren Sitz in der Südstadt, und viele Mitglieder leben in Köln. Entsprechend nah wurde am Puls der Stadt fotografiert: Das Loch, über dem 2009 das Stadtarchiv einstürzte, im Jahr danach. Die Prinzenproklamation 2010 im Gürzenich. Karneval natürlich auch. Weder darf das wichtigste Ereignis im Kölner Jahreskalender fehlen, noch eine Hommage an das Büdchen oder ein Sittenbild des Brauhauses. Neugieriger machen die Bilder, die vom ewigen Köln abweichen. Die letzte Aufnahme im Bildband zeigt einen von Merlin Bauer über der Nord-Süd-Fahrt installierten Schriftzug. "Liebe deine Stadt", lässt es der Künstler in die städtebauliche Wüstenei vor Schauspielhaus und Oper rufen. Das ist Programm.

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          "Köln. Der Bildband" von Manfred Linke und Fotografen der Agentur laif. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010. 305 Seiten, zahlreiche Fotos. Gebunden, 49,95 Euro.

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