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: Die Leichtigkeit des Ultraleichtflugzeugs

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Selten war die Bezeichnung Coffee Table Book treffender. Wuchtig wie ein Tafelberg fällt dieser Bildband ins Haus. Unter der Schirmherrschaft der Unesco flog Matevz Lenarcic mit einem Motorsegler immer wieder fotografierend über die Alpen. Auf 200 Doppelseiten blättert sich so das Gebirge auf, wenn man den Couchtisch freigeräumt hat.

          Selten war die Bezeichnung Coffee Table Book treffender. Wuchtig wie ein Tafelberg fällt dieser Bildband ins Haus. Unter der Schirmherrschaft der Unesco flog Matevz Lenarcic mit einem Motorsegler immer wieder fotografierend über die Alpen. Auf 200 Doppelseiten blättert sich so das Gebirge auf, wenn man den Couchtisch freigeräumt hat. Es scheint niemals zu regnen in den Alpen von Lenarcic. Dunstige Schleier am Horizont sind das Einzige, was der Fotograf den Bergen als Wetter zugesteht. Es dürfte dem fragilen Ultraleichtflugzeug geschuldet sein. Gebirgsketten reihen sich aneinander, harte Schatten, mildes Morgenlicht. Erstaunlicherweise wird das ermüdend. So faszinierend die einzelnen Aufnahmen sind, aneinandergereiht wirken sie redundant, weil die Alpen mehr sind als eine Kette großartiger Berge. Acht Nationen leben in diesen Bergen. Aber die Menschen, die die Kulturlandschaft Alpen schufen, sind aus der Vogelperspektive nicht zu erkennen. Und doch stellt sich beim Betrachten aus der Höhe ein seltsamer Romantizismus ein. Die alte Furkapassstraße wird als Kunstwerk gesehen, die Autobahnen bei Como nicht. All die Beiträge von Wissenschaftlern, Journalisten und Bergsteigern von Frankreich bis nach Ljubljana gehen zwischen den mächtigen Farbdoppelseiten leider unter.

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          "Die Alpen" von Matevz Lenarcic. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2010. 512 Seiten, 382 Fotos. Gebunden, 68 Euro.

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