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: Der Mann, der aus dem Norden kam

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Seit der Fotograf Marco Paoluzzo vor zwanzig Jahren das erste Mal nach Island kam, lässt ihn der Norden nicht mehr los. In "Terra Borealis" versammelt er nun Aufnahmen seiner Reisen nördlich des 60. Breitengrades. Die Bilder führen von Spitzbergen über Grönland, Norwegen, Shetland- und Färöer-Inseln nach Island.

          Seit der Fotograf Marco Paoluzzo vor zwanzig Jahren das erste Mal nach Island kam, lässt ihn der Norden nicht mehr los. In "Terra Borealis" versammelt er nun Aufnahmen seiner Reisen nördlich des 60. Breitengrades. Die Bilder führen von Spitzbergen über Grönland, Norwegen, Shetland- und Färöer-Inseln nach Island. Paoluzzo fotografiert in Schwarzweiß mit Mittelformatkameras und außer Natur gerne Betonwände, Plattenbauten, Metallgerüste. Statt Menschen nimmt er lieber verrottete Reste der Zivilisation auf, gekippte Schiffe, leere Gebäude, so dass der Betrachter sich fragt, was zum Henker der Mensch in diesen Regionen verloren hat. Die heimeligen skandinavischen Holzhäuser in Grönland wirken auf seinen Bildern deplatziert in der bösen Landschaft. Eisberge, die im grauen Meer dümpeln, versieht er mit der genauen Ortsangabe "Illulissat Kangerlua". Doch das Halbgefrorene könnt in jedem anderen Fjord ans Ufer schwappen. Im Norden sieht Paoluzzo härtere Kontraste, auf der Fahrt nach Süden werden die Bilder blasser, grauer, feuchter. Auf den Shetland Inseln schließlich kein Schnee, kein Eis, nur noch Wetter. Und das in Grau. Die reduzierte Bildsprache ist der kargen Landschaft nicht nur angepasst, sie schöpft Wärme aus dem freundlichen Blick, den der Fotograf aufs diese grimmigen Zonen wirft.

          bär

          "Terra Borealis" von Marco Paoluzzo. Mit einem Essay von Pierre Rouyer. Benteli Verlag, Bern 2010. 192 Seiten, zahlreiche Schwarzweißfotos. Gebunden, 68 Euro.

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