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: An der Schwelle zum Nichts

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Wenn die amerikanische Fotokünstlerin Lisa M. Robinson ihre Bilder verschneiter Landschaften beschreibt, spricht sie von einem "jenseitigen Reich" - gerade so, als verabschiede sie sich bei ihren Winterspaziergängen von der Welt und betrete ein weißes Vakuum. Aber das zeigen ihre Fotografien nicht; ...

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          Wenn die amerikanische Fotokünstlerin Lisa M. Robinson ihre Bilder verschneiter Landschaften beschreibt, spricht sie von einem "jenseitigen Reich" - gerade so, als verabschiede sie sich bei ihren Winterspaziergängen von der Welt und betrete ein weißes Vakuum. Aber das zeigen ihre Fotografien nicht; sie entstehen unmittelbar vorher - nur einen allerletzten Schritt, so will es manches Mal scheinen, vom Nichts entfernt. Dann steht nicht mehr als ein Zaunpfahl in der nahezu konturlosen Szenerie, ein Stück Draht schlängelt sich über die verschneite Wiese, ein schmaler, orangefarbener Plastikzaun wächst einen monochromen Hügel hinauf. Was Lisa M. Robinson zeigt, ist die Schwelle zwischen Wildnis und Zivilisation. Und so kann sich auch einmal die Kante einer Hausfassade, ein öffentlicher Fernsprecher und sogar eine bunte Hängematte ins Motiv schieben: Erinnerungen an das Diesseits, die freilich ihrer Bedeutung längst enthoben sind. "Snowbound" mit fünfzig solchen zartfarbigen Aufnahmen ist ein gespenstisches Buch. Unromantischer war der Winter selten in der Kunst. (F.L.)

          "Snowbound" von Lisa M. Robinson. Kehrer Verlag, Heidelberg 2007. 112 Seiten 50 Farbfotos. Gebunden, 44 Euro.

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