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  • : Helden und Bösewichte

    Das Autorenduo Florian Coulmas und Judith Stalpers ergründet in 101 Fragen das "Schaltwerk des Alltags" in Japan. Sie sind nach Themen wie Geschichte, Geographie und Umwelt geordnet. Dabei wird deutlich, dass die hochtechnisierte Gegenwartsgesellschaft noch immer von der Vormoderne durchdrungen ist.
  • : Wäre es nicht schön

    Schade: Auch der gutwilligste und geduldigste Leser wird nach der Lektüre der elf Kapitel mit ihren jeweils zehn Essays mehr als hundertelf Gründe haben, dieses Buch einfach nur grässlich zu finden. Dabei sollte diese Liebeserklärung an Hamburg wohl vor allem besonders humorvoll, spritzig, pointiert, originell und endlich einmal ganz und gar anders als die gängige Reiseführerliteratur sein.
  • : Sommer im Paradies

    Schon die Anmutung der Reihe zeigt, dass sie nicht durch laute Darstellung zerstören will, was sie beschreibt: stille Winkel. Das Genre des Reiseführers ist verlassen in Richtung Literatur. Das Gesetz der Serie forderte, dass irgendwann auch Sylt an die Reihe kommt - und es kann nicht verwundern, ...
  • : Die Welle ist da

    In Kalifornien und an der französischen Atlantikküste gehören Menschen, die mit einem Surfbrett unterm Arm über die Straße gehen, zum Alltagsbild. Aber selbst in München begegnen einem immer häufiger Surfer auf dem Weg zum "Spot". Auch dort wird gesurft - weit weg vom Meer haben sich einige der Surfer auf das Surfen von Flusswellen verlegt.
  • : Halt dich fest, lieber Bruder

    Wieland Elfferding, Publizist und Lehrer, hat früher im Hamburger Argument-Verlag veröffentlicht, der sich als Haus linker Wissenschaft und Wissenschaftskritik versteht. Elfferdings neues Buch ist im österreichischen Jagd- und Fischerei-Verlag erschienen. Elfferding schreibt über Bergführer, die jahrzehntelang ...
  • : In Gassen und Gängen

    Hamburg hat es zurzeit schwer. Die stolze Freie und Hansestadt stolpert von einer Krise in die andere. Da ist die ebenso nagelneue wie architektonisch todlangweilige Hafencity mit der astronomisch kostspieligen Elbphilharmonie, und da ist das zum Schnarchen öde Kulturleben der Stadt, aus der viele Künstler - vor allem die der bildenden Kunst - längst nach Berlin geflüchtet sind.
  • : Über dem Boden herrscht Ruh

    Horst Höfler, Alpinjournalist und Jahrgang 1948, hat ein Buch herausgegeben über Hias Rebitsch (1911 - 1990). Von einer solchen Biographie darf man erwarten, dass sie den Berühmten vorstellt, würdigt, aber auch kritisch hinterfragt, einordnet in seine Zeit und herausstellt aus den Zeitläuften. Leider kann Höfler das nicht leisten, weil er Rebitsch zu sehr verehrt.
  • : Das Ende der Firma Japan

    Quo vadis, Japan? Die Japanologin und Journalistin Judith Brandner hat ihre meist in der Wiener Tageszeitung "Die Presse" erschienenen, schon vor Fukushima kulturpessimistischen und oft kritischen Beiträge zu einem Büchlein gebündelt. Ihr Interesse gilt dabei der "geistig-moralischen Verwahrlosung" (so Ken'ichi Mishimas Prognose) der Gegenwartsgesellschaft.
  • : Von Nymphen und Gänsedieben

    Was für eine schöne Idee, Wasserspiele zum Ziel der Reise zu machen! Ein Augenzwinkern ist natürlich dabei, denn man schaut sich selbstverständlich auch anderes an, wenn man etwa im herrlichen Pillnitz an der "Primavera" steht, geschaffen von Malgorzata Chodakowska aus - Holz. Aber Wasserspiele sind in ihrer Zwecklosigkeit schönste Lebensfreude, Orte des Ausruhens und Besinnens.
  • : Zwischen Ilja und Jewgeni

    Davon träumen doch alle: ein Schiff besteigen, über den Ozean fahren, kurzfristig seekrank werden und dann plötzlich: New York. Und in der Ferne dahinter Amerika, in dem New York sich wieder in Luft auflöst, weil auch das Land ein Ozean ist, der aus endlosen Straßen besteht, aus Straßen und Landschaft, ...
  • : Mit letztem Mut

    Man stellt sich das in seiner Naivität so paradiesisch vor: Reisen und Essen als Beruf. Aber leicht hat man es unterwegs auch nicht als kulinarischer Kolumnist. Wo immer man hinkommt, drohen Mittelmaß und Matschkartoffeln, Lieblosigkeit und Leberaromen. Doch Wolfram Siebeck gibt die Hoffnung nicht ...
  • : Mit gemeinen Holzhackern

    Reife Zwetschgen, wie Dachziegel über flaumigem Plunderteig geschichtet - mehr soll es nicht zum Glück bedürfen? Nun, vielleicht noch das Rezept für diese Köstlichkeit. Aber Hildegard Zauner, Seniorchefin der gleichnamigen Konditorei in Bad Ischl, ist verschwiegen, was ihre Zutaten angeht. Bad Ischl, der Zauner und der Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I.
  • : Mit lockerer Hand

    Die Grenzregion von Österreich und Italien sei kein klassisches Gartenreiseland, schreibt der Landschaftsarchitekt Clemens Enthofer, der in seinem handlichen Führer gleichwohl sechzig Gärten und Parks aus Nord-, Süd- und Osttirol sowie dem Trentino versammelt hat. Viele davon sind interessante höhere Lagen, in denen naturgemäß die Alpenflora überwiegt.
  • : Mit geschnürten Stiefeln

    Die Idee ist nicht neu, sich ohne Geld von hier nach dort durchzuschlagen und seine Erfahrungen mit einer Reise nach altmodischer Wanderburschenart zu erzählen. Was dabei herausgekommen ist, war eher leidlich spannend und nur dann amüsant, wenn es den Autoren gelungen ist, nicht nur ihre eigene Cleverness ...
  • : Sag mir, wo die Blumen sind

    Es schadet nicht, Sergei Bondartschuks Kinoepos "Waterloo" im Kopf zu haben, wenn man Stephan Kaluzas meterlanges Panorama ebendieses Schlachtfelds betrachtet. Dann füllen sich ganz allmählich die weitläufigen Äcker und Wiesen wie die Felder eines Brettspiels mit Figuren in bunten Uniformen. Fast zweihunderttausend ...
  • : Lallende Götter

    Unverkennbar Sanssouci: das Rokokoschlösschen auf dem Weinberg; seine Terrassen und Spaliere in perfekter Symmetrie; im Park die größte Skulpturensammlung nördlich der Alpen. Die allegorische Bedeutung und absichtsvolle Wegeführung durch diese Versammlung von Göttern, Helden und Fabelwesen sind den meisten Spaziergängern nicht mehr bewusst.
  • : Feuchtfröhliche Wanderwege

    Es ist äußerlich ein bescheidenes Büchlein, aber der Inhalt ist gewichtig. Zweiundzwanzig Wandervorschläge durch Franken werden vorgestellt, allesamt Vorwand, fränkischen Wein zu trinken. Deshalb ist es wichtig, das Einleitungskapitel mit dem Titel "Frankenwein heute" genau zu studieren, in dem mit ...
  • : Harmlose Hügel

    "Unsere Hügel sind harmlos" - so beschreibt Martin Walser seine Heimat. Mit ihm, sagen die Herausgeber der Anthologie "Geschichten aus Oberschwaben", verliere die Region von Ulm bis zum Bodensee "ihren provinziellen Charakter". Bis zum achtzehnten Jahrhundert gab es wenig literarische Kontinuität. Hungersnöte, ...
  • : Implodierende Wirtschaft

    Island hat mehr zu bieten als Vulkane. Zum Beispiel hat es eine Literaturgeschichte, auch wenn deren Themenvielfalt sich darin erschöpft, dass sich Bauern gegenseitig verprügeln. Oder sich mit Quark bewerfen und dann verprügeln. Es gibt Schwimmbäder, in denen strengere Verhaltensregeln gelten als im Bankwesen.
  • : Honolulu Blues

    So ganz und gar ohne erotische Verweise kommt an Honolulus berühmtestem Strand Waikiki nicht einmal Henry Wessel aus. Anfang der siebziger Jahre war er hervorgetreten mit bleichen Schwarzweißaufnahmen jener Orte im Westen der Vereinigten Staaten, an denen in einer leeren Landschaft die Ödnis der Natur und die Ödnis der Zivilisation aufeinandertreffen.