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Unesco-Entscheidungen : Reggae und Parfümkunst sollen immaterielles Kulturerbe werden

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Julian Marley im August auf einer Bühne in Benicassim, Spanien Bild: EPA

In der kommenden Woche entscheidet die Unesco über Neuaufnahmen in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Der Reggae und die Parfumkunst stehen zur Diskussion, aber auch ein Vorschlag aus Deutschland.

          Der jamaikanische Reggae und die Parfumkunst aus Südfrankreich bewerben sich in diesem Jahr bei der Unesco um den Titel „immaterielles Kulturerbe der Menschheit“. Sie gehören zu vierzig Traditionen, Künsten und Handwerken, über die das zuständige Komitee der UN-Kulturorganisation in der kommenden Woche entscheidet. Deutschland, Österreich und drei andere Länder treten mit dem mehr als dreihundert Jahre alten Färbeverfahren des Blaudrucks an.

          Das Welterbe-Komitee der Unesco tagt von Montag bis Samstag auf der Insel Mauritius. Im vergangenen Jahr hatte es die „Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers“ auf die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese umfasst bereits 399 Titel aus Bereichen wie Tanz, Theater, Musik und Handwerk.

          Anders als bei der Welterbe-Liste der Unesco, die Kultur- und Naturstätten umfasst, gehe es bei dem immateriellen Erbe nicht um Schönheit oder Exzellenz, sagt Unesco-Experte Tim Curtis. Vielmehr wolle die UN-Kulturorganisation damit auf traditionelles Wissen aufmerksam machen, das von Gemeinschaften in aller Welt weitergegeben werde.

          Von allen diesjährigen Bewerbern ist der Reggae zweifellos der populärste: Die durch Künstler wie Bob Marley geprägte Musik spiele eine „Schlüsselrolle“ im Leben „der gesamten jamaikanischen Gesellschaft“ und insbesondere bei der Gemeinschaft der Rastafari, heißt es in der Bewerbung des karibischen Inselstaats. Der Reggae sei ein „kreativer Ausdruck ihrer Glaubensrichtungen, ihrer Hoffnungen und Ziele“.

          Frankreich bewirbt sich mit der Parfumkunst aus der Provence-Stadt Grasse, die auf das 17. Jahrhundert zurückgeht. Sie umfasst laut der Bewerbung unter anderem den Anbau von Pflanzen wie Lavendel und Jasmin und die Kunst der Zusammensetzung der Grundstoffe zu einem Parfum.

          Deutlich weniger bekannt ist der Blaudruck, mit dem Deutschland und Österreich zusammen mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn ins Rennen gehen. Dabei entsteht ein weißes Muster auf blauem Grund, indem Leinen und andere Stoffe mit einem Schutzmuster bedruckt und anschließend mit Indigo gefärbt werden. In Deutschland wird diese Technik seit Ende des 17. Jahrhunderts angewandt, bundesweit ist sie bereits als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

          Daneben bewerben sich Irland mit dem keltischen Mannschaftssport Hurling, der mit Schlägern und einem Ball gespielt wird, sowie Bangladesch mit der Rikscha-Kultur in der Hauptstadt Dhaka. Eine ungewöhnliche Bewerbung kommt aus der Schweiz und Österreich, die ihren „Umgang mit der Lawinengefahr“ als immaterielles Kulturerbe anerkennen lassen wollen.

          Das Unesco-Komitee mit Mitgliedern aus 24 Staaten befasst sich auf Mauritius auch mit Neuzugängen auf der Liste des bedrohten immateriellen Kulturerbes, die bisher 52 Einträge hat. Neu eingetragen werden sollen unter anderem das syrische Schattentheater und die Männlichkeitsrituale der Massai in Kenia.

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