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Nach Rechtsstreit : Thomanerchor lädt Mädchen ein

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Wenn das Recht auf Kunstfreiheit das Diskriminierungsverbot aufgrund des Geschlechts überwiegt Bild: dpa

Der Leipziger Thomanerchor hat erstmals ein Mädchen zum Vorsingen eingeladen – und reagiert damit auf eine in Berlin abgewiesene Klage.

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          Der Leipziger Thomanerchor hat erstmals in seiner mehr als achthundertjährigen Geschichte ein Mädchen zum Vorsingen eingeladen. Die Stadt Leipzig als Trägerin des traditionellen Knabenchors bestätigte die Einladung, nachdem die Bewerbung Angaben zufolge abgelehnt worden war.

          Mit der Einladung zum Vorsingen sei allerdings keine grundsätzliche Entscheidung zur Zulassung von Mädchen getroffen worden, teilte ein Sprecher mit. Es sei die künstlerische Entscheidung des Kantors, ob das Mädchen mitsingen dürfe. Seine Stimme müsse dem Klangbild des Chors entsprechen. Voraussetzung sei, dass die Mutter dieser Meinung sei. Die Satzung schließt die Aufnahme von Mädchen eigentlich aus.

          Mit einem Widerspruchsbescheid hob die kommunale Kulturbehörde die Ablehnung nun auf. Der Thomaskantor habe entschieden, das Mädchen aufgrund des jüngsten Berliner Urteils einzuladen. Eine Mutter hatte auf die Aufnahme ihrer Tochter im Domchor bestanden. Das Verwaltungsgericht Berlin hatte die Klage im August abgelehnt. Mit Blick auf den besonderen Klang eines reinen Knabenchores dürften Mädchen abgelehnt werden, wenn ihre Stimmen nicht dem geforderten Klangbild entsprächen, so das Gericht. Das Recht auf Kunstfreiheit überwiege hier das Diskriminierungsverbot aufgrund des Geschlechts.

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