https://www.faz.net/-gqz-s06s

Rechtschreibung : Ministerpräsidenten beschließen Reform der Reform

  • Aktualisiert am

Die umstrittene Rechtschreibreform von 1996 wird endgültig geändert. Die Ministerpräsidenten beschlossen einstimmig Korrekturen, die vom Rat für deutsche Rechtschreibung vorgeschlagen worden waren.

          1 Min.

          Die umstrittene Rechtschreibreform von 1996 wird endgültig geändert. Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer beschlossen am Donnerstag in Berlin einstimmig Korrekturen, die vom Rat für deutsche Rechtschreibung in einjähriger Arbeit erstellt worden waren.

          Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) forderte anschließend die Politik auf, sich in Zukunft aus der Weiterentwicklung der deutschen Rechtschreibung herauszuhalten. Es sei „viel Chaos angerichtet“ worden, teilte Wulff in Hannover mit. Die gesamte Diskussion um die Reform sei „ein einziges
          Fiasko“. Deutschland müsse in Zukunft auf die Kompetenz des Rates für Rechtschreibung setzen. Die „orthographische Krise“ sei trotz des jetzt gefundenen Kompromisses noch nicht überwunden.

          Kompromiß garantiert keinen Rechtschreifrieden

          Mit Beginn des neuen Schuljahres zum 1. August werden nach dem neuen Beschluß im Unterricht wieder bundesweit einheitliche Schreibregeln gelten. Für die Änderungen gilt eine einjährige Übergangsfrist. Abweichungen von den neuen Schreibweisen sollen von den Lehrern als falsch markiert, nicht aber als Fehler gewertet werden.

          Die Gegner der Rechtschreibreform erklärten unterdessen, die Korrekturen gingen immer noch nicht weit genug. „Mit diesem angeblichen Kompromiß kann kein Rechtschreibfriede erreicht werden“, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Vereins für deutsche Rechtschreibung“. Auch nach der Reform der Reform blieben „innere Widersprüche“, die umfassendere Korrekturen verlangten. Der Verein plädiert deshalb für eine „Rückkehr ins vertraute und vor allem funktionsfähige Heim der bewährten Schreibweisen“ vor 1996.

          Nach den Korrekturen der Rechtschreibreform soll künftig wieder mehr zusammengeschrieben werden - vor allem dann, wenn ein einheitlicher Wortakzent vorliegt. Bei feststehenden Begriffen wie „der Blaue Brief“, „der Runde Tisch“, „das Schwarze Brett“ soll wieder „dem allgemeinen Schreibgebrauch“ gefolgt und groß geschrieben werden.

          Weitere Themen

          Filmkomponist Ennio Morricone verstorben Video-Seite öffnen

          Spiel mir das Lied vom Tod : Filmkomponist Ennio Morricone verstorben

          Die italienische Filmmusik-Legende Ennio Morricone ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren in einer Klinik in Rom. Morricone gilt als einer der größten Komponisten der Filmgeschichte. Berühmt wurde er unter anderem mit Titelmelodien den Kultfilm „Spiel mir das Lied vom Tod“.

          Hilft viel auch viel?

          Londons Kultur-Rettungspaket : Hilft viel auch viel?

          Londons Rettungspaket für die Kultur übertrifft die Erwartungen der Branche. Trotzdem kann es bloß Erste Hilfe leisten – zumal unklar ist, wann und wie Konzertsäle und Theater wieder öffnen. Für einige Organisationen kommt die Rettung indes zu spät.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.