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Reaktionen zum Tod von Frank Schirrmacher : „Er wird an allen Ecken und Enden fehlen“

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„Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner bezeichnete Schirrmacher in Spiegel online als „ein publizistisches Universalgenie“. „Seine Begeisterungsfähigkeit, seine Energie waren einfach überwältigend“, sagte Bücher. „Es gibt niemanden in dieser Generation, der ihm gleichkommt. Ich trauere um einen großartigen, großzügigen Kollegen.“

Die Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ würdigte Schirrmacher als „einen der führenden Intellektuellen des deutschen Journalismus“. „Er war ein begeisterter, ja ein besessener Zeitungsmacher“, erklärte der „SZ“-Innenpolitik-Chef Heribert Prantl. „Er hat vorausgedacht, er hat Themen gesetzt, er hat Debatten geprägt, er war ein Meinungsführer. Er gehörte zu denen, die dem Journalismus den Weg ins digitale Zeitalter gewiesen haben. Er wird der deutschen Publizistik an allen Ecken und Enden fehlen.“

Der Publizist Jakob Augstein twitterte: „Es gibt wirklich nicht viele Leute, von denen man sagen kann, sie seien unersetzlich. Er war einer.“

Der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann sagte im Deutschlandradio Kultur, Schirrmacher habe stets ein „fantastisches Gespür für die richtigen Themen zur richtigen Zeit“ bewiesen. Sein „redaktionsinternes Charisma“ habe dazu geführt, „dass die jeweils besten Köpfe zu ihm stießen“, sagte Naumann. Es sei ein „Menschenfänger für junge Redakteure“ gewesen.

Der einflussreiche amerikanische Blogger und Journalismus-Vordenker Jeff Jarvis twitterte „Ich war oft nicht einig mit Schirrmacher. Aber er war ein Gigant des deutschen Journalismus im F.A.Z.-Feuilleton. Ein schrecklicher Verlust.“

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Michael Konken (DJV), sagte: „Das ist ein Riesenverlust für die deutsche Medienlandschaft.“ Schirrmacher habe diese über viele Jahre geprägt, als Autor und als F.A.Z.-Mitherausgeber. „Die F.A.Z. ist eine Qualitätszeitung und daran hatte Schirrmacher einen Riesenanteil.“ Konken würdigte Schirrmacher auch als einen „Vordenker in der digitalen Welt“. Dies mache ihn auch unvergesslich.

Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), schrieb: „Die Nachricht vom Tod Frank Schirrmachers hat uns tief erschüttert. Wir trauern um einen großen und leidenschaftlichen Zeitungsmann. Der BDZV hat einen Freund verloren, der mit seiner scharf analytischen und zugleich visionären Kraft für die Zeitungskultur in Deutschland noch so vieles hätte tun können.“

Josef Haslinger, Präsident der deutschen Sektion der Schriftstellervereinigung PEN, nannte Schirrmacher einen „erstaunlich kritischen Geist“, der seine Zeitung für viele kontroverse Themen geöffnet habe. Er habe dem Blatt, das als Wirtschaftszeitung bekannt war, ein ganz anderes Gesicht gegeben.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Vize Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sprachen von einem „herausragenden Publizisten unserer Zeit“ und „großen Geist“. „Er war ein international angesehener Denker und Autor, seine Stimme prägte die Debatten in Kultur und Politik“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Hessens SPD-Chef und Bundes-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel twitterte: „Schirrmacher war eine große Bereicherung in jeder Debatte.“ Und: „Sein Verlust wiegt sehr schwer. Er wird uns fehlen.“

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte: „Schirrmacher war einer der großen Intellektuellen dieser Republik, der auch immer den Finger am Puls der Zeit hatte.“ Dies galt insbesondere bei Themen, die alle seit Jahren bewegten, wie die digitale Welt und ihre Auswirkungen auf unser Leben.

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