https://www.faz.net/-gqz-7mnd5
 

Rauswurf : Serge Dorny geht nicht nach Dresden

  • -Aktualisiert am

In Dresden nicht willkommen: Serge Dorny Bild: dpa

Serge Dorny wird doch nicht von der Opéra Lyon an die Dresdner Staatsoper wechseln. Das Sächsische Kulturminsterium löste den Vertrag mit dem designierten Intendanten mit sofortiger Wirkung auf. Die Begründung ist nebulös.

          1 Min.

          Gestern hat die Sächsische Kunstministerin Sabine von Schorlemer die vertraglichen Verbindungen zu Serge Dorny, dem designierten Intendanten der Sächsischen Staatsoper Dresden, „mit sofortiger Wirkung“ aufgelöst. Der Vertrag, der den belgischen Theatermacher Dorny als Nachfolger der verstorbenen Ulrike Hessler an das zurzeit interimistisch geführte Haus bindet, wurde im September 2013 unterzeichnet.

          Dorny, der ideenreich und mit Erfolg zehn Jahre lang die Opéra Lyon geleitet und ihr neue Publikumsschichten gewonnen hat, galt als ein Hoffnungsträger für das touristenintensive und glamouröse, aber auch etwas angestaubte Dresdner Haus. Er sollte sein Amt bereits im September 2014, also zu Beginn der Spielzeit 2014/15 in Dresden antreten, zurzeit arbeitet er an der Vorbereitung dieser und der kommenden Spielzeiten. Zur Begründung der höchst ungewöhnlichen fristlosen Kündigung Dornys erklärt die Ministerin: „Zu unserer großen Enttäuschung hat er den Erwartungen, die wir in ihn gesetzt hatten, nicht entsprochen.“

          Das allerdings wäre nach nur wenigen Monaten bei einem Opernbetrieb im Umbruch völlig unmöglich. Weiter heißt es in der Erklärung, dass Dorny rechtzeitig von ihr über „bestehende Rechte, etwa der Staatskapelle und Dritter“ informiert worden sei. Dieser „Dritte“ ist Christian Thielemann, Chefdirigent der Staatskapelle Dresden. Allem Anschein nach läuft es auf einen aktuellen künstlerischen Konflikt zwischen Thielemann und Dorny hinaus, der nunmehr von der Politik mit der Axt gelöst wurde.

          Weitere Themen

          Adieu la France

          Buchmesse-Skizzen : Adieu la France

          Man denkt an Brecht und meint Bernhard zu hören, die University Presses machen sich rar, und der Gemeinschaftsstand eines Nachbarlandes gibt seine Sprache auf: Eindrücke von der Buchmesse.

          Topmeldungen

          Oh, wie schön ist das Harzvorland: Lange bedauerte Mittelstädte wie Bleckenstedt in der Region Salzgitter sind plötzlich hoch im Kurs.

          Immobilienpreise : Jetzt wird auch das flache Land teurer

          Die Immobilienpreise steigen nicht nur in den Metropolen des Landes. Warum das Dorf für Großstädter immer mehr zur Alternative wird und was das für den Traum vom Eigenheim bedeutet.
          Maybrit Illner im Gespräch mit ihren Gästen

          TV-Kritik: Maybrit Illner : Das neue Traumpaar der deutschen Politik

          Christian Lindner und Annalena Baerbock zeigten uns Zuschauern gestern Abend bei Maybrit Illner ihr herzliches Einvernehmen: Wir waren fast schon gerührt. Norbert Röttgen dokumentierte dagegen das Elend der CDU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.