https://www.faz.net/-gqz-9wmjw

Harvey Weinstein mit Verteidigerteam nach den Schlussplädoyers im Vergewaltigungsprozess gegen ihn in New York. Neben ihm: Anwältin Donna Rotunno. Bild: AP

Prozess gegen Harvey Weinstein : Es geht ums System Hollywood

Im Prozess gegen Harvey Weinstein sind die Fakten klar. Die Beweisaufnahme ist vorbei, die Inszenierung nicht. Was dürfen Opfer? Das ist die Frage.

          6 Min.

          Wann ist ein Opfer ein Opfer? Zu welchem Zeitpunkt entscheidet sich das? Zum Tatzeitpunkt? In einer Email davor oder danach? Am Frühstückstisch am nächsten Morgen? Gibt es einen Normenkatalog der Verhaltensweisen für Opfer sexueller Gewalt? Dürfen sie ehrgeizig sein? Skrupellos? Ihre Pläne verfolgen, auch wenn der Täter Teil davon ist und bleibt? Müssen sie den Beruf wechseln? Muss ihre Scham unüberwindlich sein? Was dürfen sie fühlen? Müssen sie moralisch unanfechtbar sein? Was bedeutet das? Dürfen sie den Blick je wieder heben? Für den Täter stellen sich all diese Fragen nicht.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          In dem Prozess gegen Harvey Weinstein, den Filmproduzenten und einstigen Mogul, der mutmaßlich viele Opfer hat, hat seine Verteidigung dafür gesorgt, dass diese Fragen im Zentrum stehen. Eine Zeugin blieb mit Weinstein in Kontakt. Der Mitbewohner einer anderen konnte am Morgen nach der mutmaßlichen Vergewaltigung keine Veränderung an ihr feststellen. Es gab berufliche Bitten einer Zeugin an den mächtigen Mann, sogar Sympathiebekundungen. Was darf ein Opfer, was muss es tun, damit es glaubwürdig ist?

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          „Ich soll innerhalb von einer Stunde Stellung nehmen. Ich habe Besseres zu tun“, schrieb Drosten über die Anfrage der „Bild“

          „Bild“ gegen Drosten : Die versuchte Vernichtung

          Die Kampagne der „Bild“-Zeitung gegen den Virologen Christian Drosten legt vor allem eines offen: Das Desinteresse vieler an den Fakten für eine angemessene Pandemie-Politik.
          Ein Arbeiter in der mexikanischen Stadt Ecapetec reinigt eine Trage nach der Einäscherung eines Corona-Toten.

          Corona in Mexiko : Sehenden Auges in die Katastrophe

          In Mexiko steigt die Zahl der Corona-Toten weiter, und der Gesundheitsminister selbst gesteht ein, dass die offiziellen Infiziertenzahlen zu niedrig sind. Doch der Präsident strebt Lockerungen an.
          Entscheiden ist die Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Hier heißt das Gebot der Stunde nicht Altersvorsorge, sondern Risikoabsicherung und Eigenheimfinanzierung.

          Die verlorenen Jahre : Was Gutverdiener finanziell oft falsch machen

          Bei Abschlüssen von Geldanlagen, Krediten und Versicherungen hapert es oft an der Einsicht, welche Verträge notwendig oder überflüssig sind: Gedanken an die Altersvorsorge taugen nicht, wenn das finanzielle Gerüst im Hier und Jetzt nicht passt.