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Harvey Weinstein mit Verteidigerteam nach den Schlussplädoyers im Vergewaltigungsprozess gegen ihn in New York. Neben ihm: Anwältin Donna Rotunno. Bild: AP

Prozess gegen Harvey Weinstein : Es geht ums System Hollywood

Im Prozess gegen Harvey Weinstein sind die Fakten klar. Die Beweisaufnahme ist vorbei, die Inszenierung nicht. Was dürfen Opfer? Das ist die Frage.

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          Wann ist ein Opfer ein Opfer? Zu welchem Zeitpunkt entscheidet sich das? Zum Tatzeitpunkt? In einer Email davor oder danach? Am Frühstückstisch am nächsten Morgen? Gibt es einen Normenkatalog der Verhaltensweisen für Opfer sexueller Gewalt? Dürfen sie ehrgeizig sein? Skrupellos? Ihre Pläne verfolgen, auch wenn der Täter Teil davon ist und bleibt? Müssen sie den Beruf wechseln? Muss ihre Scham unüberwindlich sein? Was dürfen sie fühlen? Müssen sie moralisch unanfechtbar sein? Was bedeutet das? Dürfen sie den Blick je wieder heben? Für den Täter stellen sich all diese Fragen nicht.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          In dem Prozess gegen Harvey Weinstein, den Filmproduzenten und einstigen Mogul, der mutmaßlich viele Opfer hat, hat seine Verteidigung dafür gesorgt, dass diese Fragen im Zentrum stehen. Eine Zeugin blieb mit Weinstein in Kontakt. Der Mitbewohner einer anderen konnte am Morgen nach der mutmaßlichen Vergewaltigung keine Veränderung an ihr feststellen. Es gab berufliche Bitten einer Zeugin an den mächtigen Mann, sogar Sympathiebekundungen. Was darf ein Opfer, was muss es tun, damit es glaubwürdig ist?

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