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Proteste gegen Rassismus : Amerikas ewiges Trauma

Verhaftete in Manhattan nach Protesten gegen den Tod von George Floyd. Bild: Reuters

Die Vereinigten Staaten – ein gescheitertes soziales Experiment? Die hoffnungslosen Bilder aus einem Land im freien Fall sprechen eine deutliche Sprache.

          4 Min.

          Das Foto, mit dem „Variety“ seine Berichterstattung über den Angriff auf die CNN-Zentrale in Atlanta und die Protestmärsche in Minneapolis und vielen anderen amerikanischen Städten aufmachte, wirkte weniger gewalttätig als traumverloren. Da steht ein Junge vor brennendem Hintergrund, links von ihm in den Flammen ein leerer Korbwagen aus einem Supermarkt, rechts ein umgestürzter Sessel, und genau in der Bildmitte dieser Junge, der eine Maske trägt und ein Skateboard in die Höhe hält. Die Maske ist Selbstschutz in Pandemiezeiten. Das Skateboard Fortbewegungsmittel. Der in die Luft gereckte Arm Kampfgeste. Aber ein Skateboard ist kein Gewehr, weshalb dieses Bild als eines der poetischeren dieser Tage gelten kann.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Es gab andere Bilder aus Amerika. Sie zeigten eine strahlende Reporterin, aufgeregte Moderatoren, Astronauten in Designerraumanzügen und einen Raketenstart wie aus dem Bilderbuch. Dazu die begeisterten Seufzer, Rufe, Kommentare: Nach neun Jahren endlich wieder Amerikaner von amerikanischem Boden aus im All! Nasa-Astronauten früherer Raumflüge wurden befragt. Auch der Präsident war da. Die Laufschrift unter diesen Bildern aber fasste noch einmal im Telegrammstil die Geschichte des Todes von George Floyd unter dem Knie eines Polizisten am Montag der vergangenen Woche zusammen. Brachte Neues vom Aufruhr in den Städten. Stichworte zur Pandemie. Wen sie vor allem trifft, Männer mit Diabetes, älter als 55, Afroamerikaner.

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