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Private Nacktbilder : Technologie als Tücke

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Die Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence befindet sich bereits im Kampf gegen Veröffentlichung privater Fotos. Dass sie auch private Bilder von Rihanna hätten, behaupten die Diebe der Daten. Bild: AFP

Von Computern darf man sich überfordert fühlen. Der Spähskandal hat an der Koketterie nichts geändert. Der Diebstahl privater Fotos von Hollywoodstars bedeutet jedoch neue Spielregeln über Nacht.

          Das Spiel in Hollywood hat sich über Nacht verändert. Perez Hilton ist beispielhaft dafür. Der Blogger mit dem programmatischen Künstlernamen, der sich in den vergangenen Jahren einen Namen damit machte, vermeintliche Neuigkeiten amerikanischer Berühmtheiten als Erster mit Bildbeweisen im Netz breitzutreten, setzte sich am Montag selbst vor eine Kamera. Er entschuldigte sich dafür, „einen Fehler“ begangen und, „ohne nachzudenken“, private Bilder von Jennifer Lawrence veröffentlicht zu haben.

          Von seinen Lesern brachte ihm das den Vorwurf ein, zu den „Vergewaltigern“ der Schauspielerin zu gehören. Harsche Worte, die der skrupellose Blogger diesmal als Kritik widerspruchslos annahm, die ihn, wie er erschüttert gestand, zum Nachdenken gebracht hätten. Rund hundert Frauen, Schauspielerinnen und Sängerinnen, sollen von dem Datendiebstahl betroffen sein. Ein bereits kursierender Ausschnitt des Datenbestands wird im Falle von Jennifer Lawrence bereits als Grund für ein Karriereende bewertet.

          Auch wenn es bisher nur ein Verdacht ist, dass eine technische Nachlässigkeit von Apple zu dem Vorfall führte, geht es nun nicht nur um Diebstahl, Stalking und Erpressung, sondern auch um die Tücken moderner Technologien. Wie soll mit ihr und ihren Möglichkeiten umgegangen werden? Von Jennifer Lawrence geistert nun ein interessantes Interview vom roten Teppich durchs Netz. Die Schauspielerin schaute im Mai auf das Handy eines Journalisten, der ihr ein Bild zeigen wollte, das aber von einer Hinweismeldung verdeckt wurde. Sie sagte damals salopp: „Meine iCloud sagt mir auch ständig, ich soll ein Back-up machen. Ich weiß nicht, was das soll. Back dich doch selbst ab!“

          Was dahintersteckte, hat sie jetzt schmerzlich erfahren. Wie im Privaten gilt es auch im Politischen. Im Mai 2013 lud der amerikanische Senat Apple-Chef Tim Cook zu einer Anhörung, um über die Steuerflucht des Technologiegiganten zu diskutieren. John McCain nutzte die Gelegenheit für einen Witz. Er fragte Cook: „Warum zur Hölle muss ich ständig Updates auf mein iPhone spielen? Warum reparieren Sie das nicht?“

          Einen Monat später begann Edward Snowden mit Journalisten darüber zu sprechen, was es mit der Technologie und ihren Updates auf sich hat. Snowden vermochte an dem koketten Eindruck nichts zu ändern: Technologie ist bequemer zu bedienen, wenn man die Sicherheitsfragen einfach „wegklickt“. Aber die Nützlichkeit zieht ihre Kosten nach sich. Für Prominente ist das Ende des Privatlebens besiegelte Sache. Über den Rest der Menschheit wissen bislang nur die Geheimdienste alles.

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