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Amerikanische Flugbehörde : Was Drohnen dürfen

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Vielseitig verwendbares Flugobjekt: Drohne im landwirtschaftlichen Einsatz Bild: AFP

Die amerikanische Flugbehörde stellt neue Regeln für private und kommerzielle Drohnenflüge vor. Sie sind liberaler als erwartet. Für Amazons Zwecke gehen sie aber nicht weit genug.

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          Über die rechtlichen Grenzen für private und kommerzielle Drohnenflüge  wird in den Vereinigten Staaten seiner einiger Zeit heftig gestritten. Unternehmen wie Amazon fordern mit Nachdruck eine weitgehende Freigabe, um Drohnen als Paketdienst einsetzen zu können. Auch der private Gebrauch ist immer beliebter, ohne dass die Grenzen zur Privatsphäre von Drohnen gefilmter Personen klar gezogen wären. Jetzt hat die amerikanische Federal Aviation Administration ihre lang erwartete Neuregelung vorgestellt, die aber noch durch eine Diskussionsphase gehen muss, bevor sie frühestens 2017 in Kraft treten kann.

          Die neuen Bestimmungen fallen liberaler aus als erwartet. Nicht wenige waren im Vorfeld von einem strikten Verbot kommerzieller Drohnenflüge ausgegangen. Nach den neuen Regeln dürfen unbemannte Drohnen mit einem Gewicht unter 55 Pfund unter bestimmten Bedingungen von Unternehmen und Privatpersonen benutzt  werden. Die Flughöhe ist auf 500 Meter begrenzt. Außerdem müssen die Drohnen Sichtverbindung zum Piloten halten und dürfen keine externe Fracht befördern. Auch Nachtflüge sind verboten.

          Für unternehmerische Aspirationen, Drohnen als Lieferdienst einzusetzen, ist das ein Rückschlag.  Amazons Vizepräsident Paul Misener drang in einer ersten Stellungnahmen auf eine liberalere Regelung. Für die Freigabe autonomer Drohnenflüge außer Sichtweite ist der FAA die Kollisionsgefahr aber weiter zu groß. Sie deutete aber an, dass die neuen Regeln nicht das letzte Wort seien.

          Flexibles Regime

          Gefallen ist eine andere Grenze. Nach den neuen Regeln ist für den Drohnenflug kein Pilotenschein nötig, was eine mehrjährige Ausbildung erfordert hätte. Es reicht ein Zertifikat, das durch einen schriftlichen Test relativ unkompliziert erworben werden kann, sowie eine gut sichtbare Identifikationsnummer an der Drohne selbst.

          Man habe sich um ein flexibles Regime bemüht, das Flugsicherheit, Privatsphärenschutz und kommerzielle  Interessen im Gleichgewicht halten sollte, heißt es auf Seiten der FAA. Der aufstrebenden Drohnenindustrie habe man kein prinzipielles Hindernis setzen wollen.  

          Schwach sind die Ausführungen eines Begleitmemorandum zum Privatsphärenschutz. Sammlung, Speicherung und Umgang mit privaten Daten dürfen hier lediglich keine diskriminierenden Folgen haben, was Kategorien wie Rasse, Religion oder Geschlecht betrifft. Im Senat wurden strengere Auflagen gefordert. Man brauche Transparenz über den Datenumgang, bevor die Drohnen abheben.

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