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Sänger Dagobert : Der Spieler

Von Eichendorff erfunden und in unserer Gegenwart abgesetzt: Dagobert, aufgenommen in Hannover Bild: Daniel Pilar

Bohemien und Bergjunge: Als hätte es die Postmoderne nie gegeben, singt der Schweizer Dagobert auf der Bühne der Großstadt Berlin in scheinbar sinnlicher Ernsthaftigkeit von der Liebe. Was ist das für ein Typ?

          5 Min.

          „Ich bin zu jung.“ Das war der Schlachtruf, mit dem ein junger Schweizer Schnulzensänger im Frack vor sechs Jahren ins Feld zog, um sich seinen Platz im Bewusstsein einer neuen, ironiemüden Generation zu erobern. Eine Bekenntnishymne war das für all jene, die sich schon lange nach mehr Weltschmerz und Herzgriff gesehnt hatten.

          Simon Strauß

          Redakteur im Feuilleton.

          Die an der kühlen Willenlosigkeit der Zeit verzweifelten und ihre eigene Jugend an sich vorbeisausen sahen. In dieses Gefühlsnest hinein stieß Dagobert mit seiner ersten Platte, die ganz selbstverständlich unverkopft daherkam und ihre Lieder über das Alter, die Liebe und verlorene Zukunftsträume so präsentierte, als hätte es die Postmoderne nie gegeben, als könnten all die großen Theorien der Uneigentlichkeit und Selbsthinterfragung jetzt schlafen gehen. Er meinte es ernst. Jedenfalls so ernst, dass manche sein Lied „Morgens um halb vier“ um genau diese Uhrzeit laut über die verschlafenen Straßen schallen ließen und sich dabei sehr gemeint fühlten.

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