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Ringo Starr : Sohn der Kulturhauptstadt

  • -Aktualisiert am

Der viertberühmteste Liverpooler: Ringo Starr Bild: AP

Ringo Starr ist der netteste, knorrig-sympathischste und selbstironischste Beatle, den es je gab. Jetzt feiert er ein doppeltes Comeback: Er repräsentiert die Kulturhauptstadt Liverpool und hat eine neue Platte veröffentlicht.

          Als Ringo Starr vor mehr als achthundert Jahren gegründet wurde, war es natürlich noch nicht absehbar, dass er eines Tages Kulturhauptstadt werden würde. Zu lange stand oder vielmehr saß diese liebenswerte, aber nicht sonderlich attraktive Stadt im Schatten weitaus berühmterer Metropolen wie etwa John Lennon, Paul McCartney oder auch George Harrison. Zwei von ihnen sind inzwischen von der Landkarte verschwunden, die dritte hat momentan andere Sorgen. So ist es nur selbstverständlich, dass zum Festauftakt, mit dem Ringos Jahr als Kulturhauptstadt nun eingeläutet wurde, auch Liverpool persönlich erschien, der viertberühmteste Sohn der Stadt.

          Edo Reents

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Halt, es muss anders heißen: Die Stadt ist natürlich Liverpool, und der Sohn, das ist Ringo. Die Frage, warum Liverpool Kulturhauptstadt wurde, ist genauso schwer zu beantworten wie die, warum Ringo Starr Schlagzeuger bei den Beatles werden konnte. Sagen wir es so: Ringo musste, denn es gab sonst keinen; und Liverpool, diese schlagzeugarme Stadt, muss nun auch, denn alle anderen Städte waren schon dran. So viel zu den Fakten.

          Krankenhaus als Trommlerschule

          Jetzt zu den Legenden: Ringo Starr kann gar nicht Schlagzeug spielen. Das ist so nicht richtig. Wahr ist vielmehr, dass der Vater eines Schlagzeugers, der Zak Starkey heißt und schon bei vielen prominenten Rockgruppen mitgemacht hat (siehe: Der Trommler), sein Handwerk von der Pike auf lernte; wo, da gehen die Angaben auseinander. Die einen sagen - und Ringo selbst hat dies auch schon behauptet -, er habe die viele Zeit, die er als Kind in Krankenhäusern verbringen musste, weswegen er nicht zur Schule brauchte, dazu genutzt, mit Stöcken irgendwelche Takte zu schlagen, woraus dann gewissermaßen mehr geworden sei. Die anderen sagen, dass er eines Tages eine Basstrommel geschenkt bekam, und zwar vom Vater oder Großvater.

          Der viertberühmteste Liverpooler: Ringo Starr Bilderstrecke

          Uns ist beides recht, denn nun kommt die wirkliche, die wahre Wahrheit über Ringo Starr: Ringo Starr, geboren am 7. Juli 1940 in Dings, in Liverpool, ist der netteste, knorrig-sympathischste und - eine in dem Verein sonst nicht bekannte Eigenschaft - selbstironischste Beatle, den es je gab, der 1973 eine Soloplatte („Ringo“) herausgebracht hat, die es mit McCartneys „Band On The Run“ ohne weiteres aufnehmen kann, auch wenn sie völlig anders klingt. Nun hat er wieder eine gemacht. Es ist nicht gerade das Weiße Album; es sind zwölf bisweilen regelrecht knackige Stücke voller Seemannsgarn, wie sie sich in dieser unprätentiösen Entspanntheit nur jemand erlauben kann, der schon die Arbeit bei den Beatles nicht sonderlich ernst genommen, aber im Ganzen doch ganz gerne gemacht hat. Die Platte heißt „Liverpool 8“ - Kulturhauptstadt, ick hör dir trapsen!

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