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Popmusik : So klangen die Zehnerjahre

Schallplatten bleiben auch in den zehner Jahren die haptischste Form, Musik zu hören. Bild: Wolfgang Eilmes

Mit „Magdalene“ liefert FKA twigs das letzte Meisterwerk der Zehnerjahre. Doch was bedeutet das noch im Streaming-Zeitalter, und was waren die besten Platten des Jahrzehnts?

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          Diese Veröffentlichung kam mit Schwung: mehrseitige Interviews in Magazinen, Rezensionen überall, opulente Videos voller Erotik und Opulenz. FKA twigs wurde vor Erscheinen ihres Albums „Magdalene“ als Superstar inszeniert. Dazu reflektierte Tahliah Debrett Barnett, wie die 31 Jahre alte Londonerin bürgerlich heißt, klug über ihr Kunstverständnis zwischen Punk, Klassik, Avantgarde und Kate Bush.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verriet sie, welche Botschaft die biblische Figur im Plattentitel an moderne Frauen sende: „Der Archetyp der jungfräulichen Hure erlaubt, beides zu sein: rein, heilend und heilig – und eine Hure, die genauso heilsam ist, aber vielleicht auch gefährlich, verführend, unterwerfend. Nach dem großartigen Debüt „LP1“ 2014 lag die Latte hoch. Doch FKA twigs enttäuscht nicht. Rätselhafte Songs voller sphärischer Klänge, sparsamer Rhythmik, zum Teil beatfrei, Songtexte über komplizierte Beziehungsfragen. Dazu viel Einsatz der Auto-Tune-Aufnahmetechnik, die nach Chers „Believe“ so inflationär eingesetzt wurde, dass man sie nicht mehr mit ernstzunehmender Musik in Verbindung brachte. Hier passt sie. Kurz: FKA twigs hat mit „Magdalene“ ein Album vorgelegt, das vielleicht einmal als letztes Meisterwerk eines an spannenden Platten reichen Jahrzehnts gelten wird.

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