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Die Hand an der Mühle: Adriano Celentano, 1980

Pop-Anthologie (130) : Rezession, Baby

Das Benzin wird immer teurer, im Staat ist ein Loch, und ein Kaffee kostet einen Monatslohn: Adriano Celentanos 1976 veröffentlichtes Lied „Svalutation“ schildert die Abwertung, als wäre es von heute.

Pop-Anthologie (129) : Ein Leben lang kämpfen

In Kendrick Lamars Song „Alright“ zeigt sich die große Kunst dieses Rappers: Unter Aufbietung verschiedener Stimmen verbindet er literarischen Anspielungsreichtum mit der Härte afroamerikanischer Realität.

Pop-Anthologie (127) : Der allerschönste Unfall der Welt

Der Song „Tango im Treibsand“ von Käptn Peng alias Robert Gwisdek ist ein großer Wurf. Text und Performance treffen sich in skurrilem Rätselsprechgesang über eine Liebe, die nicht sterben soll.

Osman Kavala bleibt in Haft : Erdogans Gefangener Nummer eins

Staatspräsident Erdogan hasst zivilgesellschaftliches Engagement. Ein Istanbuler Gericht hat deshalb entschieden, dass der Kulturförderer Osman Kavala ohne Urteil im Gefängnis bleibt.

Urheberrecht im Koalitionsvertrag : Praxistauglich?

Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP erhebt Kultur in ihrer Vielfalt zum Staatsziel. Doch was die Urheberrechtsreform angeht, sieht es fast nach einer Rolle rückwärts aus.

Balletskandal in Berlin : Ist der Nussknacker rassistisch?

Das Staatsballett Berlin setzt den „Nussknacker” ab – weil die Darstellung der Chinesen und Orientalen darin rassistisch sei. Für wie dämlich hält man das Publikum?

Presse und Corona-Pandemie : Willkommen zum Impfkonzert

Youtube will nicht alle Videos von #allesaufdentisch verbreiten. Das lässt sich begründen. Die These, „die“ Medien machten Meinung und unterdrückten Andersdenkende, hingegen hängt in der Luft.

Meghan Markles Medientour : Sie macht immer weiter

Auf ihrer PR-Tour in eigener Sache hat Meghan Markle zuletzt Station bei ihrer Freundin Ellen DeGeneres gemacht. Das war sehr peinlich. Was kommt als nächstes?

Pandemie und Politik : Wortbrüche

Die Corona-Fallzahlen sind extrem hoch. Sie liegen weit über den Werten, die im Frühjahr noch akzeptiert worden wären. Die Politiker reden sich derweil um Kopf und Kragen.

Edith Sitwells Adressbuch : Der Fluch der alten Dame

Höchstpreis für eine Sammung köstlicher Namenseinträge: Edith Sitwells Adressbuch ist versteigert worden. Es liest sich wie eines ihrer berühmten Werke.

Medien-Bericht : Wurde der Ex-Bild-Chef unfair behandelt?

Die #MeToo-Debatte handelt auch von Übergriffen, die sich in jenen Grauzonen abspielen, in denen zwischen einer angeblich einvernehmlichen Beziehung, Abhängigkeit und sexueller Belästigung nicht klar zu unterscheiden ist.

Pop-Anthologie (126) : Stell keine dummen Fragen

Wie trennt sich eine fast magisch verbundene Gesangesgruppe von seinem Publikum? „Auf Wiedersehen, my dear“ von den Comedian Harmonists war ein gezwungener Abschied, der leicht klingen sollte.

Pop-Anthologie (125) : Das große Regenlied

Es ist Nacht in der Stadt, und es gluckert, rieselt und rauscht von überallher: „De Cara a la Pared“ von Lhasa de Sela erinnert daran, welche unfassbare emotionale Kraft die Stimme dieser zu früh gestorbenen Sängerin hatte.

Pop-Anthologie (124) : Ich fühle mich wie Marlon Brando

Eigentlich ist „China Girl“ von Iggy Pop und David Bowie ein tragisches Liebeslied, das Fernost-Klischees auf die Schippe nimmt. Das später gedrehte Video von Bowie muss einen schmalen Grat beschreiten.

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  • Pop-Anthologie (102) : Hier bin ich geborn, hier werd ich begraben

    Die Musik von „Haus am See“ wollte Peter Fox eigentlich mit Cee-Lo Green betexten. Doch daraus wurde nichts. Den Hit schrieb er dann selbst und traf 2008 einen Nerv. Was macht den Song bis heute so erfolgreich?
  • Pop-Anthologie (101) : Nur ich und du

    Songs aus der DDR werden oft nur auf ihren politischen Gehalt hin gehört. Das ist eine verengte Sichtweise. Könnte „Schlohweißer Tag“ von Silly nicht einfach eine Liebesballade für die kalte Moderne sein?
  • Udo Lindenberg Ende der siebziger Jahre

    Pop-Anthologie (100) : Mitten hinein ins Panik-Herz

    Wie macht er das nur? Alles, was in Liebesliedern schon immer gesagt wurde, singt Udo Lindenberg auch – bei ihm klingt es aber anders. Ein frühes Beispiel ist der Song „Bis ans Ende der Welt“.
  • Otis Redding beim Monterey Pop Festival 1967

    Pop-Anthologie (99) : Die Einsamkeit wird mich begleiten

    Otis Reddings größter Hit klingt, als wäre er im Meeresschaukeln zwischen Morgenkaffee und Fish & Chips zur Welt gekommen. Doch die Geschichte von „Dock of the Bay“ ist auch von Kalkül geprägt – und von Tragik.
  • Don McLean in den siebziger Jahren

    Pop-Anthologie (97) : Starry, starry night

    Obwohl Don McLeans Hit „Vincent“ textlich aus der Zeit gefallen wirkt, ist er bis heute beliebt. Geht es um eine kitschige Verklärung von Vincent van Goghs Suizid – oder stecken tiefere Einsichten dahinter?
  • Pop-Anthologie (96) : The Kinks: „Lola“

    Ein Song für Jugendliche, der das verdeckte Milieu der Trans-Bars schilderte? Das war 1970 ein Tabubruch. Dann gab es auch noch Schwierigkeiten mit einer Getränkemarke. Die Kinks hatten trotzdem großen Erfolg damit.
  • Mike Skinner, The Streets

    Pop-Anthologie (95) : Hör auf zu heulen, Junge!

    Der englische DJ Mike Skinner macht Rap ohne Pathos und „Bitch“, aber mit echtem Gefühl und Straßenweisheit. In diesem Song, einem Meisterwerk der Nuller-Jahre, beschreibt er das Ende einer Liebe.
  • Lucio Dalla

    Pop-Anthologie (94) : Wunder gibt es immer wieder

    Lucio Dalla singt in „L'anno che verrà“ von einer bleiernen Zeit. Er meinte das Ende der Siebziger – aber heute gewinnt das Lied noch eine ganz andere Bedeutung.
  • Hier einmal nicht vor brutalistischen Londoner Bauten, sonder am Strand: Blur

    Pop-Anthologie (93) : Das Auto ist die Zukunft von gestern

    Mit der Psychogeographie der Stadt London hat die Band Blur sich immer wieder beschäftigt: So auch im retrofuturistischen Song "For Tomorrow". Kriegt man ein Herz aus Beton, wenn man ihn hört?
  • Jason Williamson (rechts) und Andrew Fearn (DJ) sind die Sleaford Mods

    Pop-Anthologie (92) : Sauber bleiben in harten Zeiten

    Der Sänger der Sleaford Mods steht auf der Bühne permanent unter Strom. In dem Song „Jobseeker“ verarbeitet Jason Williamson seine eigenen Erfahrungen mit der Arbeitssuche. Heraus kommt ein kollektiver Wutanfall.
  • Sie waren Mazzy Star: Hope Sandoval und der vor kurzem verstorbene Dave Roback (1958 bis 2020)

    Pop-Anthologie (91) : Alles nur ein Fiebertraum

    Was zieht uns immer wieder zu diesem Indie-Hit der Neunziger zurück? „Fade Into You“ von Mazzy Star sind fünf Minuten wattige Sanftheit im Dunkeln.
  • David Bowie

    Pop-Anthologie (90) : Verloren im Dschungel Berlins

    Mit diesem still lancierten Song über seine Berliner Jahre ging David Bowie 2013 ein Risiko ein. Doch in „Where Are We Now“ gelang ihm eine Raketenzündung.
  • Anna Achmatowa (1889-1966)

    Pop-Anthologie (89) : Ich wandle wie ein Kind

    In dem Song „Not With a Lover's Lyre“ verbindet die große Country-Sängerin Iris DeMent ihre eigene Geschichte mit einem Gedicht von Anna Achmatowa. Es entsteht ein kleines Stimmenwunder.
  • Jon Voight in dem Veteranen-Film „Coming Home“ (1978)

    Pop-Anthologie (88) : Süße Lieder dauern niemals lang

    John Prine schrieb Küchentischlieder über das unsaubere amerikanische Leben. Sein Song „Sam Stone“ erzählt von einem drogenabhängigen Veteranen – und zeigt, wie groß der Verlust des jüngst verstorbenen Songwriters ist.
  • „Waiting Room“ heißt das Lied für Geduldige von Fugazi

    Pop-Anthologie (87) : Bis die Warterei ein Ende hat

    Die Zukunft kommt von ganz allein, man sollte nicht auf sie warten. Die amerikanische Band Fugazi schrieb darüber in den Achtzigern den Song „Waiting Room“. Heute gewinnt er eine ganz neue Bedeutung.
  • Michael Holm bei einem Auftritt in der ZDF-Hitparade

    Pop-Anthologie (86) : Das Ende der Dosenbierparty

    Bist Du noch allein und wartest auf mich? Und ist das jetzt Schlager oder Punk? Michael Holms 1970 erschienenes Lied „Smog in Frankfurt“ war damals avantgardistisch und ist es bis heute.
  • Roberta Flack, 1976

    Pop-Anthologie (85) : Das ganze Leben in einem Lied

    Eigentlich stammt „Killing Me Softly with His Song“ von Lori Lieberman. Sie notierte den Text auf einem Konzert von Don McLean. Berühmt machte den Song Roberta Flack, die ihn zufällig als Bordmusik gehört hatte.
  • Hans Söllner in den Neunzigern

    Pop-Anthologie (84) : Gib halt mal ein bisschen was her

    Nicht nur die CSU verkennt, dass Hans Söllner Deutschlands mit Abstand bester Hofnarr ist. In dem Song „A Jeda“ kehrt er die Besitzverhältnisse um – ein Augenöffner mit Zukunftspotential.
  • Simon and Garfunkel

    Pop-Anthologie (83) : Immobilien in der Hosentasche

    Am Tag, an dem Simon & Garfunkel in New York ihr schönstes Lied aufnehmen, entsteht in Vietnam eine der verstörendsten Fotografien des 20. Jahrhunderts – und Nixon bewirbt sich um das Präsidentenamt. Die Geschichte eines unpolitischen Songs.