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Pop-Anthologie (127) : Der allerschönste Unfall der Welt

Der Song „Tango im Treibsand“ von Käptn Peng alias Robert Gwisdek ist ein großer Wurf. Text und Performance treffen sich in skurrilem Rätselsprechgesang über eine Liebe, die nicht sterben soll.

Pop-Anthologie (126) : Stell keine dummen Fragen

Wie trennt sich eine fast magisch verbundene Gesangesgruppe von seinem Publikum? „Auf Wiedersehen, my dear“ von den Comedian Harmonists war ein gezwungener Abschied, der leicht klingen sollte.

Pop-Anthologie (125) : Das große Regenlied

Es ist Nacht in der Stadt, und es gluckert, rieselt und rauscht von überallher: „De Cara a la Pared“ von Lhasa de Sela erinnert daran, welche unfassbare emotionale Kraft die Stimme dieser zu früh gestorbenen Sängerin hatte.

Halloween auf Instagram : Geisterstunde

Die Netzwelt liebt Rankinglisten, und sie liebt ausgefallene Motive. Kein Wunder also, dass es jetzt rechtzeitig zu Halloween eine Liste der instatauglichsten Geisterorte gibt.

Kohleausstieg und Pandemie : Verräterischer Vorwurf des Verrats

Der Kohlekompromiss ist wieder auf dem Tisch und Sachsens Landeschef reagiert ungehalten: schlechter politischer Stil. Zwei Lehrstücke über Stilfragen beim Klimaschutz und in der Pandemie.

Osterinsel im Pazifik : Bleibt fort

Um Corona-Ansteckungen zu vermeiden, sind Fremde auf der Insel im Pazifik unerwünscht. Dabei ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle. Was nun?

Nemi El-Hassan und der WDR : Pausenfüller

Die Programmdirektorin des WDR will die Debatte um die Moderatorin Nemi El-Hassan offenbar aussitzen. Doch so einfach ist das nicht.

Künstliche Intelligenz : Roboter hinter Gittern

In Ägypten wurde die malende Androidin Ai-Da von den Sicherheitsbehörden tagelang „festgenommen“. Das Engagement der britischen Botschaft für ihre Freilassung sollte beispielhaft sein.

Frankfurter Buchmesse : Auch symbolisches Kapital zählt

Wie kann sich die Buchmesse rechnen, wenn nur eine großzügige Zählweise eine niederschmetternde Bilanz verhindert? Was bleiben wird, ist die ersichtliche Freude der Leser und Autoren.

„Rechte“ Verlage : In der Verdachtsfalle

Jahr um Jahr wird von der Frankfurter Buchmessse gefordert, sogenannte rechte Verlage auszuschließen. Können Erkenntnisse des Verfassungsschutzes die Auseinandersetzung mit unliebsamen politischen Ideen ersetzen?

Pop-Anthologie (124) : Ich fühle mich wie Marlon Brando

Eigentlich ist „China Girl“ von Iggy Pop und David Bowie ein tragisches Liebeslied, das Fernost-Klischees auf die Schippe nimmt. Das später gedrehte Video von Bowie muss einen schmalen Grat beschreiten.

Pop-Anthologie (123) : Bryan Ferrys Lied für Europa

Diese Hymne, inspiriert vom alljährlichen Song Contest, ist eher ein Abgesang auf Europa. Mit einer Hommage an den Schlager im Stil einer Mini-Oper versuchte Roxy Music, sich von Brian Eno abzunabeln.

Pop-Anthologie (122) : Propaganda gegen den Weltuntergang

Nur ein nationalsozialistisches Durchhaltelied für den Wettbewerb optimistischer Schlager? Nein, „Davon geht die Welt nicht unter“ ist hintergründiger – so wie die Geschichte seines Verfassers Bruno Balz, den dieses Werk vor der Deportation rettete. Ein Gastbeitrag.

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  • Pop-Anthologie (121) : Zwischen Bauchtanz und Grunge

    Arabische Tradition trifft globalen Pop: Yasmine Hamdan hat mit „Hal“ das Anti-Liebeslied eines aufgeklärten Vampirs geschrieben, das nicht nur Fans von Jim Jarmusch begeistert.
  • Pop-Anthologie (120) : Björk und die männliche Venus

    In diesem Song von Björk verwandelt sich ein erotisch aufgeschlossener Junge in die Liebesgöttin – oder ist es umgekehrt? „Venus as a Boy“ spielt mit Ungewissheiten, auch in dem knallbunten Video.
  • Pop-Anthologie (119) : Hat die Spinne auch Angst vor mir?

    Rocktexte über Spinnen sind ziemlich rar, sich in eine hineinzuversetzen, ist noch seltener. Der Bassist von The Who widmete dem Gliederfüßer Boris einen seiner wenigen Songs. Mit Erfolg.
  • Pop-Anthologie (118) : I Got You, Babe

    Was als unkonventionelle Liebeserklärung begann, entwickelte sich im Lauf seiner Interpretationsgeschichte zur Ikone der Queer-Bewegung: „I Got You, Babe“ von Sonny & Cher.
  • Pop-Anthologie (117) : Die Madonna, umsonst

    Bob Dylan hat viele Lieder geschrieben. Zum Achtzigsten, den er bald feiert, interpretieren wir eines, das für ihn geschrieben wurde: von Joan Baez. „Diamonds and Rust“, eine große Liebesballade, ist Würdigung und harte Abrechnung zugleich.
  • Pop-Anthologie (115) : Im Zeichen des Drudenfußes

    „She moves through the fair“ ist eine Schauerballade aus dem 19. Jahrhundert, die „Fairport Convention“ und „Pentangle“ ins Medium der Popmusik übertragen haben. Die Wirkung bleibt herzzerreißend im Zeitsprung.
  • Pop-Anthologie (114) : Rock als Rettung aus der Teenager-Ödnis

    „Baba O’Riley“ ist einer der programmatischen Songs der großen Rock-Ära. Eskapismus, Gemeinschaft und Spiritualität sind die Themen dieses Klassikers von The Who. Pete Townshend würdigte damit seine wichtigsten Vorbilder: den Komponisten Terry Riley und den indischen Guru Meher Baba.
  • Pop-Anthologie (113) : An den Wassern von Babylon

    Ende der Siebziger tanzten alle zu „Rivers of Babylon“ von Boney M. Verstanden hat den Song, im Original ein Rastafari-Bekenntnis, kaum einer. Ein Religionswissenschaftler erklärt den Subtext im Interview.
  • Pop-Anthologie (112) : All die kleinen Einfamilienschachteln

    Mit einer Länge von 62 Sekunden war „Little Boxes“ von The Womenfolk ein halbes Jahrhundert lang der kürzeste Song in den Billboard Hot 100. Eine Zufallsbegegnung mit der Sängerin Barbara Cooper in New York.
  • Pop-Anthologie (111) : Blaulicht und Zwielicht

    „Solange du nichts falsch gemacht hast, sollten die blauen Lichter an dir vorbeifahren“: Jorja Smith beschäftigt sich in ihrem Song „Blue Lights“ vorsichtig, in vielen Anspielungen und Widersprüchen, mit dem Thema rassistischer Polizeigewalt.
  • Pop-Anthologie (110) : Wie wird es schmecken, dich zu vergessen?

    Sie war die Geliebte Frida Kahlos, zog sich nach Alkoholexzessen von der Bühne zurück, bis ihr zwei Filmleute zum Comeback verhalfen. In diesem Abschiedslied singt sich Chavela Vargas die Seele aus dem Leib.
  • Pop-Anthologie (109) : Höhenflüge mit Chickenwings

    „Whack World“: Mit 15 Songs in 15 Minuten sprengt die Rapperin und Sängerin Tierra Whack die Aufmerksamkeitsregeln – und schillert in ihrem lyrischen Spiel als tragikomische Figur.
  • Pop-Anthologie (108) : Do you really want to live forever?

    Nicht Englisch ist die Muttersprache des Pop, sondern Smurfing. Kein Song zeigt das besser als „Forever Young“ von Alphaville. Für das Gefühl wohliger Vertrautheit muss man ihn gar nicht verstehen.
  • Pop-Anthologie (107) : What Are You Doing New Year’s Eve?

    Das beliebte Lied „What Are You Doing New Year’s Eve?“ hat Frank Loesser für den Frühling geschrieben. Dennoch rührt es unser Wintergemüt – und stellt die Jackpot-Frage.
  • Pop-Anthologie (106) : De-de-de-deh, de-de-de-deh

    Ein Besuch in „Tom’s Diner“ genügte Suzanne Vega, um diesen Songtext niederzuschreiben. Zum Welthit und zur ersten Nummer Eins im wiedervereinigten Deutschland wurde er erst Jahre später – durch einen Rechtsbruch.
  • Pop-Anthologie (105) : Nur ein Gerücht in unserer Stadt

    Bis Weihnachten wieder zuhause? In „Shipbuilding“ besingt Elvis Costello die Bedeutung des Falklandkrieges für seine Heimat. Zugleich erzählt das Stück ein Kapitel Musikgeschichte: Bevor Chet Baker 1983 sein Trompetensolo für den Song einspielte, hatte er von Costello noch nie gehört.
  • Pop-Anthologie (104) : Der Strand als Utopie

    „Manchmal schließe ich die Augen, stell’ mir vor ich sitz’ am Meer“, sangen Die Ärzte einst über Westerland. Das Meer als Sehnsuchtsort spielt auch in ihrem neuen Lied „Ich, am Strand“ eine wichtige Rolle.
  • Pop-Anthologie (103) : Irgendwie griechisch – oder?

    In einer Jerusalemer Billardhalle machten Spürnasen einen alten Mann ausfindig, dessen kuriose Musik vergessen war: Das Tanzlied „Dili Dili“ von Koko wirft ein Licht auf den „Israeli Greek Craze“ der Sechziger und Siebziger.
  • Pop-Anthologie (102) : Hier bin ich geborn, hier werd ich begraben

    Die Musik von „Haus am See“ wollte Peter Fox eigentlich mit Cee-Lo Green betexten. Doch daraus wurde nichts. Den Hit schrieb er dann selbst und traf 2008 einen Nerv. Was macht den Song bis heute so erfolgreich?
  • Pop-Anthologie (101) : Nur ich und du

    Songs aus der DDR werden oft nur auf ihren politischen Gehalt hin gehört. Das ist eine verengte Sichtweise. Könnte „Schlohweißer Tag“ von Silly nicht einfach eine Liebesballade für die kalte Moderne sein?