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Phil Collins kehrt zurück : Papa will’s noch mal wissen

Phil Collins während seines wohlverdienten Interims-Ruhestandes. Bild: dpa

Es hätte ein friedlicher Abschied werden können: 2011 zog Phil Collins sich zurück. Jetzt plant er ein Comeback. Warum? Warum nur?

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          „Ich bin offiziell nicht mehr im Ruhestand“, zitiert das Magazin „Rolling Stone“ Phil Collins. „Das Pferd ist raus aus dem Stall, und ich sitze in den Startlöchern.“ Was uns der Mann mit diesen blumigen Worten sagen will, ist simpel: Es wird ein neues Album geben und eine neue Tour. Was Musiker eben so machen.

          Enttäuschend ist bei Phil Collins allerdings der Grund. Seine Söhne seien nun zehn und vierzehn Jahre alt, erklärte der ehemalige Genesis-Frontmann, und sie wollten nun mal sehen, was Papa eigentlich so mache. Kein Problem, denkt man da, das steht ja alles auf Youtube, ist auf Platten gepresst, lässt sich sogar nachlesen. Das ist doch wirklich kein Grund, die Welt mit neuen Liedern zu behelligen! Die alten waren okay, die reichen noch ein paar Jahre.

          Nicht mal Liebeskummer

          Vor allem aber erklärt das, warum Pop heutzutage oft so blutleer daher kommt. Mal den Kindern zeigen wollen, was Papa macht – so entsteht ganz sicher kein Lied, das irgendjemanden emotional aufrüttelt. Früher haben Popstars wenigstens noch aus Narzissmus neue Alben aufgenommen. Oder um Drogen kaufen zu können. Manche hatten sogar einen künstlerischen Anspruch oder wenigstens einen kapitalen Liebeskummer, der lässt sich ja auch immer sehr gut in Seufzer und Geigen gießen. Bei Adele zumindest funktioniert das.

          Und nun also Phil Collins. Ein bisschen verstehen muss man den Mann, schließlich sind seine Jungs jetzt alt genug, um alles peinlich zu finden, was Papa macht. Ob er ihnen auf dem Schulfest ein Küsschen gibt, die falschen Hosen trägt oder einfach nur atmet – mit Söhnen in diesem Alter kann er nur verlieren. Verzweifelt setzt Phil Collins alles auf eine Karte, indem er noch mal Stadien füllen will. Werden die Jungs das cool finden? Wer einen Teenager kennt oder sich an die eigene Teenagerzeit erinnern kann, weiß: nein. Papa wird nicht cool, nur weil zwanzigtausend Menschen ihm zujubeln. Es verhält sich umgekehrt: Diese zwanzigtausend Menschen, die müssen wohl echt uncool sein.

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