Patti Smith zum Sechzigsten :
Der Traum vom Leben

Lesezeit: 3 Min.
Mit ihren aufsässigen Parolen brachte sie eine ganze Generation auf ihre Seite. Inzwischen ist ihre Unbotmäßigkeit in den Aggregatzustand der Würde übergegangen. Der amerikanischen Rockmusikerin Patti Smith zum Sechzigsten.

Wer sich in den siebziger Jahren für die Musik von Patti Smith entschied, weil sie fremd und wild klang, konnte nicht wissen, was aus dieser Frau noch einmal werden, daß sie zur Ikone eines zweiten Fin de siècle werden würde. Es ist der Geist des alten Europas, der von allem Anfang an Patti Smith, die Amerikanerin, umhüllte. Sie schloß sich und ihre Energieströme an die verwehten Heroen an, machte Liebeserklärungen an die lebenssüchtigen Untergeher. Sie balancierte damals mit brutaler Grazie am Rand des Lebens und der Bühne entlang (von der sie schließlich auch herabstürzte) - Arthur Rimbaud auf ihrem Banner, die „Illuminationen“ als Begleiter auf den Wegen ihrer grenzwertigen Erfahrungen, T. S. Eliot als Kopilot ihrer berauschten Ausflüge ins „Wüste Land“.

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