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Musikproduzenten Kitschkrieg : Die Star-Macher

Kitschkrieg: Christoph Erkes, Nicole Schettler, Christian Meyerholz Bild: Foto KitschKrieg

An Kitschkrieg kommt der deutsche Hiphop nicht mehr vorbei. Wie haben es die Berliner Produzenten geschafft, die erfolgreichsten Rapper an sich zu binden?

          5 Min.

          Ein Herbsttag in Kreuzberg: Im Studio des Produzenten-Trios Kitschkrieg stehen vier Rapper vor der Kamera. Alles muss stimmen, Sound, Rhythmus, Schnitte, Timing. Und besonders: die Stimmung. Denn Gzuz, der Gangsterrapper, soll singen. Das tut er sonst nie, normalerweise reicht sein Tonspektrum von etwas höherem bis zu etwas tieferem Bellen. Es gilt also, ihn davon zu überzeugen, dass das Singen eine gute Idee ist und er sich nicht blamieren wird. Die Produzenten versuchen es mit Fingerspitzengefühl. Später werden sie sich erinnern, wie Gzuz in den Raum kam. „Ich stell’ mich jetzt da hin und singe“, soll er gesagt haben. „Wer lacht: Kopf ab.“ Es habe dann auch keiner gelacht. Und der Song wurde vergangenes Jahr ein Hit.

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Ein guter Musikproduzent muss das Beste und Letzte aus seinen Künstlern herausholen, das Undenkbare ausprobieren und sich trauen, die Wahrheit zu sagen. Motown, eines der bekanntesten Plattenlabels aller Zeiten, ist auch deshalb als Auslöser einer Poprevolution in Erinnerung geblieben, weil es in den sechziger Jahren die Musik der Jackson Five, Stevie Wonders und der Supremes einer Generation weißer Hörer erschloss, die keine Ahnung von Soul hatten. Berry Gordy, Produzent und Chef bei Motown, holte die Künstler zu sich ins Haus nach Detroit und brachte ihre Platten in langen Nächten zur Perfektion. Er nahm nicht einfach auf: Er kannte die Gewohnheiten, Stärken, Eigenarten seiner Musiker. Er feilte an ihrem Ton und ihrer Marke, an ihrem Hitpotential.

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