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Musikpreise : Heulen, Zähneklappern und Autorenstreik

  • -Aktualisiert am

Sechsmal nominiert: Doch Amy Winehouse könnte die Einreise verweigert werden Bild: REUTERS

Die Grammys werden fünfzig. Aber wird der Autorenstreik nach den Golden Globes auch diese Gala in Bedrängnis bringen? Zahlreiche Stars der Musikszene könnten fernbleiben - und einer sechsfach nominierten Sängerin könnte die Einreise verweigert werden.

          Die Grammys werden fünfzig. Aber wird der Autorenstreik auch diese Gala in Bedrängnis bringen? Wenn am 10. Februar die Grammys verliehen werden, sollte es in diesem Jahr eigentlich besonders glamourös zugehen. Wie es sich für eine Jubiläumsgala gehört. Denn die National Academy of Recording Arts and Sciences, die diese Oscars der Plattenindustrie vergibt, will das nun zum fünfzigsten Mal tun.

          Nichts also könnte ihr derart ungelegen kommen wie der seit Anfang November währende Autorenstreik, der dem Fest im Staples Center von Los Angeles mächtig zuzusetzen droht. Die Leitung der Writers Guild of America hat immer noch nicht entschieden, ob sie für die Grammys eine Ausnahme machen und es ihren Mitgliedern oder anderen Gewerkschaftern freistellen wird, an der populären Großveranstaltung mitzuwirken.

          Ohne Stars keine Gala

          Ein Riesendilemma tut sich damit nicht zuletzt für die Stars auf, ohne die es keine Gala geben kann. Werden sie es wagen, die Streiklinien zu durchbrechen? Oder wird ihr Solidaritätsgefühl jegliche Teilnahme von vornherein ausschließen? Delikater noch ist die Situation für Musikidole, die auch als Film- und Fernsehschauspieler ihr Geld zu verdienen pflegen. Beyoncé hat verkündet, dass mit ihr zu rechnen sei. Alicia Keys und Justin Timberlake denken noch nach. Träten sie auf, liefen sie unweigerlich Gefahr, als Streikbrecher gebrandmarkt zu werden. Sagten sie ab, ließen sie sich eine konkurrenzlose Vermarktungsgelegenheit entgehen. Das können sie sich aber weniger denn je leisten. Schwer bedrängt von neuen Medien und ihren revolutionären ökonomischen Folgen, sanken im letzten Jahr abermals die Umsätze von CDs, immerhin um fünfzehn Prozent.

          Unter Heulen und Zähneklappern peilt die Musiksparte eine Zukunft an, in der sie sich ihren Platz, so es denn einen gibt, erst wieder mühsam erkämpfen muss. Zumindest wer einen Grammy oder gar ein paar davon gewänne, könnte sich in den darauf folgenden Tagen und Wochen angesichts von Verkaufszahlen, die prompt in die Höhe schnellten, wie in der guten alten Zeit wähnen. Das alles soll jetzt dem endlosen Autorenstreik zum Opfer fallen. Kein Wunder, dass sich Widerstände regen, sogar unter Gewerkschaftern. Die American Federation of Television and Radio Artists und die American Federation of Musicians haben ihre Mitglieder ermutigt, an der Gala teilzunehmen. Offenbar wächst allmählich der Verdruss über einen Streik, in dem sich die Fronten verhärtet haben und von dem inzwischen Hunderttausende direkt und indirekt betroffen sind.

          Kommt Amy Winehouse?

          Dass es auch anders geht, haben gerade erst die Regisseure gezeigt, die eine vorläufige Einigung mit den Produzenten erzielt haben, Monate bevor ihr Tarifvertrag abgelaufen war. Die Veranstalter der Grammy-Verleihung versichern jedenfalls, dass es keine Absage geben und das Fest wie geplant steigen wird, selbst wenn viele Stars fernbleiben und es draußen vor der Arena zu Protesten kommen sollte.

          Aber auch ohne Streik fehlte es nicht an Kontroversen und Komplikationen. Ob etwa die britische Souldiva Amy Winehouse, gleich sechsmal für einen Grammy nominiert, in Los Angeles dabei sein wird, hängt nicht von Hollywoods Streikkommandos ab. Washington stellt sich quer. Die in Drogengeschichten verwickelte Sängerin soll Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Einreisevisums haben.

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