https://www.faz.net/-gqz-9r8k6

Musik für die UN-Ziele : Zeit für ein neues Live Aid Konzert?

  • Aktualisiert am

George Michael, Harvey Goldsmith, Bono, Paul McCartney, Bob Geldof und Freddie Mercury beim Finale des Live Aid Konzerts im Wembley Stadium Bild: AP

35 Jahre nach dem größten Benefiz-Konzert der Musikgeschichte soll es eine Neuauflage geben. Die Veranstalter finden: Der Zustand der Welt hat es nötig gemacht.

          1 Min.

          Es war ein riesiges Konzert mit 170.000 Besuchern, das in mehr als 150 Ländern verfolgt wurde. Der irische Rockmusiker, Sänger der Boomtown Rats und Aktivist Bob Geldof hatte es gemeinsam mit dem Schotten Midge Ure organisiert und die Musiker in London und Philadelphia zusammengetrommelt, um bei einem gigantischen Doppelkonzert Geld zu sammeln für die Ärmsten in der Welt. Beim Live Aid Konzert spielten am 13. Juli 1985 mehr als 16 Stunden lang die Weltstars der internationalen Musikszene: U2, Queen, Led Zeppelin, Bob Dylan, Madonna, die Beach Boys.

          Eine Gruppe aus gemeinnützigen Organisationen, Unternehmern und Regierungsvertretern plant nun ein Revival des Spendenkonzerts namens Global Goal Live – in einer „globale Bemühung, die Welt durch Musik zu vereinen“, wie der Sender CNN am Montag mitteilte. Die Show soll von der NGO Global Citizen präsentiert werden und eines der größten Live-Musikereignisse in der Geschichte der Wohltätigkeits-Shows werden. Geplant ist ein zehnstündiges Konzert an verschiedenen Orten auf fünf Kontinenten, deren Erträge dann dazu verwendet werden sollen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen finanziell zu unterstützen.

          350 Milliarden Dollar jährlich

          Auf einer Pressekonferenz Ende September sollen die Pläne und die Namen der beteiligten Künstler vorgestellt werden, die schon zugesagt haben. Ein Termin steht auch schon fest: der 26. September 2020.

          Global Citizen engagiert sich gegen Armut, für Frauenrechte, Umweltschutz und Bildungschancen in Entwicklungsländern. Die Organisation veranstaltet bislang das Global Citizen Festival. In diesem Jahr treten Ende September Pharrell Williams, Alicia Keys und One Republic im Central Park in New York auf.

          Die Initiative gehe zurück auf das jahrelange Bemühen, Partner zu finden, um „die Welt wieder auf Kurs zu bringen, extreme Armut zu beenden, die Probleme des Klimawandels anzugehen und die Ziele der UN zu erreichen“, hieß es vonseiten der NGO. Die Kampagne starte jetzt, „weil die kommenden 18 Monate die Zukunft der Humanität bestimmen werden“. Es sei die letzte Gelegenheit, die für das Jahr 2030 festgelegten Ziele der UN für nachhaltige Entwicklung zu erreichen, auf die sich alle führenden Nationen 2015 verständigt hätten, hieß es in der Ankündigung.  

          Global Citizen rechnet damit, dass jährlich zusätzlich 350 Milliarden Dollar nötig werden, um die Ziele in den 59 ärmsten Ländern der Welt zu erreichen. Die Organisation hat deshalb Firmen, Regierungen und private Spender aufgerufen, sich an der Kampagne zu beteiligen.

          Weitere Themen

          Die Lunge im Kirchenfenster Video-Seite öffnen

          Göttlicher Odem : Die Lunge im Kirchenfenster

          Ein katholisches Gotteshaus in München brauchte neue Glasfenster. Zum Zug kam ein Künstler, der ein Stück Medizinalltag in ein Symbol für Leben und Vergänglichkeit verwandelte.

          Ein ganz persönlicher Kulturschock

          Carola Rackete bei Arte : Ein ganz persönlicher Kulturschock

          In der Arte-Reihe „Durch die Nacht mit ...“ treffen die Aktivistin Carola Rackete und die norwegische Schriftstellerin Maja Lunde aufeinander. Man meint, sie hätten einander viel zu sagen. Es kommt anders.

          Topmeldungen

          Eine Familie flieht am Samstag auf einem Motorrad aus der Region um die Stadt Ras al Ain.

          Nordsyrien : Kurden räumen Grenzstadt zur Türkei

          Die brüchige Waffenruhe nutzen kurdische Einheiten zum Rückzug aus einer umkämpften Stadt. Außenminister Maas nennt den türkischen Angriff völkerrechtswidrig, und in der Nato schließt unter anderem Deutschland den Bündnisfall aus.

          Johnson und der Brexit : Drei Briefe und ein einziges Ziel

          Boris Johnson will weiter versuchen, das Brexit-Abkommen bis Ende des Monats zu ratifizieren. Schon am Montag könnte die Regierung in London eine neue Abstimmung über den Brexit-Vertrag ansetzen – wenn John Bercow das zulässt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.