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Sam Smith singt für „Spectre“ : Der zweitschlechteste 007-Titelsong der Neuzeit

Sieht fröhlicher aus, als er klingt: Sam Smith bei einem Konzert in Berlin Bild: dpa

Der Titelsong für den neuen James-Bond-Film „Spectre“ ist veröffentlicht. Der britische Sänger Sam Smith wirft sich voll ins Drama – aber er ist nicht die beste Besetzung für diese Komposition.

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          Vielleicht hätte man ahnen müssen, dass Sam Smith nicht der beste Interpret für einen 007-Titelsong ist. Schließlich war sein bisher einziges Album „In the Lonely Hour“ eine ausufernde Variation des Themas Liebeskummer. Die Single „Stay With Me“ wurde mit Grammys gekrönt, ist der breiten Masse aber vor allem aus dem nächtlichen Schmusebrei des Formatradios sowie von Kuppelsendungen auf RTL bekannt. Zu diesem Lied laufen dort immer Menschen in Zeitlupe an Provinzbahnhöfen aufeinander zu. Und auch der Bond-Titelsong, so viel ist sicher, wird bald in diesem Kontext zu hören sein.

          Denn „Writing's On The Wall“ birst fast vor weinerlichem Pathos. Fast möchte man meinen, „Spectre“ folge einem Drehbuch von Nicholas Sparks. Wir hören das übliche streichergeschwellte Orchester, ehe der unglückliche Minnesänger einsetzt – soweit absolut genretypisch. Doch während die meisten Bond-Songs irgendwann aus der Zartheit in Temperament mündeten, bleibt es diesmal beim Herumgeweine. Höhepunkt ist ein ausgiebiger Ausflug in falsettartigen Gesang.

          Szene aus dem neuen James-Bond-Film „Spectre“

          Man muss sich fragen, warum die Produzenten den Song bei dieser Notierung nicht gleich von einer Frau singen ließen. Allerdings durften in den letzten Jahren ohnehin so selten Männer ran: Von den sieben Bond-Filmen seit der Neuauflage „GoldenEye“ kamen sechs nicht ohne eine Frauenstimme aus.

          Der schlechteste Bond-Titelsong der Neuzeit, wie Kritiker bereits behaupteten, ist „Writing's On The Wall“ jedoch nicht. Diese zweifelhafte Ehre gebührt Madonna für ihr auf hohem Energielevel dahinplätscherndes „Die Another Day“. Einen der besten hat ausgerechnet Sam Smiths großes Vorbild Adele 2012 mit „Skyfall“ abgeliefert, und selbst Überraschungskandidaten wie Garbage und Chris Cornell brachten große Lieder zustande. Sam Smith ist nun auf einem, nun ja, immerhin recht stabilen vorletzten Platz. Und vielleicht gibt es in „Spectre“ ja auch eine Begrüßungsszene in Zeitlupe. Das würde vieles erklären.

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