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Kris Kristofferson : Da brät noch einer Hühnchen

  • -Aktualisiert am

Er spielt noch: Kris Kristofferson bei einem Konzert in Nashville im März dieses Jahres. Bild: AP

Ist er wirklich einmal betrunken aus dem Hubschrauber getorkelt und hat Johnny Cash einen Nummer-eins-Hit in die Hand gedrückt? Man weiß es nicht genau. Sicher ist: Der Country-Sänger und Schauspieler Kris Kristofferson wird heute achtzig.

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          Über die wichtigste Anekdote in der Karriere von Kris Kristofferson sind die Beteiligten uneins: Johnny Cash behauptet, Kristofferson sei irgendwann 1969 mit dem Helikopter auf seinem Anwesen gelandet und mit einem Bier in der einen, seinen Aufnahmen in der anderen Hand herausgetorkelt. Der Pilot meint, Cash sei an diesem Tag gar nicht zu Hause gewesen. Wie es auch war: Irgendwie muss Kristofferson den Country-Star beeindruckt haben, der dann sein Katerlied „Sunday Mornin’ Comin’ Down“ zu einem Nummer-eins-Hit machte.

          Jan Wiele

          Redakteur im Feuilleton.

          Der Songschreiber durfte so, auch das ist legendär, in Nashville die Studios fortan nicht mehr nur putzen, sondern auch selbst darin aufnehmen, und sein Debüt „Kristofferson“ (1970) wurde ein Meilenstein des Outlaw Country mit Liedern wie „Just The Other Side Of Nowhere“, „Casey’s Last Ride“ und natürlich „Me and Bobby McGee“. Diesen später von Janis Joplin zur Hymne der Hippies gemachten Song hatte der Mann der Arbeiterklasse auf einer Ölbohrinsel geschrieben.

          „Ich singe wie ein Frosch“

          Seine frühen Songs, die er trotz eigener Bescheidenheit („Ich singe wie ein Frosch“) viel besser sang als die Legion ihrer Interpreten, hat er zwar nie übertroffen, wurde dafür aber sehr erfolgreich in einer Schunkelphase mit Ehefrau Rita Coolidge, dann auch als Schauspieler und später mit den Highwaymen, einer Allstar-Countryband mit Cash, Willie Nelson und Waylon Jennings.

          Unter Kristoffersons Filmen hebt man oft die weniger gelungenen wie den Klamauk „Convoy“ (1978), in dem er einen Trucker namens „Rubber Duck“ spielt, oder Michael Ciminos Riesenflop „Heaven’s Gate“ (1980) hervor - dabei gibt es auch solche wie John Sayles’ modernen Western „Lone Star“ (1996), in dem er sehr überzeugend den fiesen Sheriff Wade spielt.

          Der in Texas geborene Sohn eines schwedischstämmigen Luftwaffengenerals war vor seinem Durchbruch in Nashville schon auf bestem Weg, Schriftsteller und Literaturdozent an der Militärakademie Westpoint zu werden - zum Leidwesen seiner Mutter und zum Glück für die Musikgeschichte kam es anders.

          Etwas länger her: Kris Kristofferson und seine spätere Ehefrau Rita Coolidge bei einem Auftritt in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Hoechst, 1972.

          Auf seinem jüngst erschienenen Doppelalbum „Cedar Creek Sessions“ (KK Records) spielt Kristofferson seine besten Songs in altersgemäßer Ausgeruhtheit - so schön hölzern, wie es sich für so einen knorrigen Mann geziemt. Seine Duettpartnerin heißt jetzt Sheryl Crow, und jenes Südstaatensonntagslied mit seinem süßen „smell of someone frying chicken“ klingt, als hätte er beim Singen auch ein ziemlich großes Hühnerbein im Mund. Am heutigen Mittwoch wird Kris Kristofferson achtzig Jahre alt.

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