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Kramms Hits : Meine Charts vom 1. 6. bis zum 15. 6.

  • -Aktualisiert am

Bild: Zoë Keating

Bruno Kramm hat die fünf besten, frei erhältlichen Musiktitel aus dem Internet ausgewählt - von der studierten Cellistin bis hin zum betrunkenen Misanthropen.

          1. Zoë Keating

          Die studierte Cellistin ist der strahlende Stern einer Generation von amerikanischen Musikern, die klassische Labelstrukturen hinter sich gelassen haben. Mit improvisiertem Sampling on Stage schichtet sie klingende Meme zu feingliedrigen Kompositionen klassischer Schönheit. Die Website von Zoë Keating finden Sie unter http://music.zoekeating.com/

          2. Pornophonique

          Das Geheimnis von Pornophoniques Zeitlosigkeit liegt in der Reduktion aufs Wesentliche. Statt riesiger Synthesizerburgen setzt das Duo auf die 8-Bit-Klangästhetik eines Nintendo Gameboys und klassische Folkpop Gitarrenriffs. Pornophoniques „Sad Robot“ stammt irgendwo aus einer fernen Welt zwischen Stanislaw Lems „Robotermärchen“, Isaac Asimovs Robotergesetzen und Steven Spielbergs verhunzter Adaption einer Idee von Stanley Kubrick zum Film „Artificial Intelligence“. Die Website von Pornophonique finden Sie unter: http://pornophonique.de/

          3. Zoe.Leela

          Die Kreuzbergerin, Absolventin der Lee Strasberg Schauspielschule in New York, ist nicht nur eine der geradlinigsten Kritikerinnen der Gema, sondern setzt sich mit ihrem Mix aus Hip-Hop, Jazz, Dub und Soul via Creative Commons Onlinemarketing für eine selbstständige und direkte Kommunikation mit ihren Fans ein. „Puppets“ ist ein Kleinod irgendwo zwischen Kosheen und Massive Attack, das eine Weile braucht, sich dann aber in seinem melancholisch zurückgenommenen Stil entfaltet und als Entree Lust auf das vielseitige Album „Digital Guilt“ macht. Die Website von Zoe.Leela finden Sie unter: http://www.zoeleela.com/

          4. Livewire

          Der israelische Künstler ist ein wahrer Misanthrop und Existentialist. Auf einer kleinen Tournee durch Israel lernte ich ihn als Solokünstler Ptyl (Hebräisch: Docht) kennen. Als er mir im silbernen Anzug, „Fliege Puck“-Brille, Hundehalsband und Zweiwochenbart sturzbetrunken eine Demo-CD mit den Worten „This is different“ überreichte, gab es nur zwei Optionen: Genie oder totaler Reinfall. Ich meine: ersteres. Livewire hat keine eigene Website.

          5. Diablo Swing Orchestra

          Wer Caro Emeralds Swinging Synthiepop zu steril findet und keine Angst vor sopraner Wucht und verzerrten Gitarrenriffs hat, wird bei der schwedischen Bigband von einer Welle ausufernder Fünfziger-Jahre-Lebensfreude ohne verlogene McCarthy-Moral mitgerissen. Hier zeigt sich das wahre Potential der selbstbestimmten Netzvermarktung: Ästhetik vor Monetarisierung, kulturelle Vielfalt statt marktgesteuerter Monokultur. Die Website von Diabolo Swing Orchestra finden Sie unter: http://www.diabloswing.com/

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