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Kramms Hits : Katzen würden Commons lauschen

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Hörprobe: „Nichts wird sich niemals ändern“ Bild: Minitimer Katzenposter

Während der Kajal im Leipziger Gothicsommer zerläuft und Tierfreunde ihre Erleuchtung mit Xylophon und Bontempi untermalen, legt Bruno Kramm seine neuen, Gema-freien Charts auf den virtuellen Plattenteller.

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          1. „Nichts wird’s sich niemals ändern“ von Minitimer Katzenposter

          Ihre „Bilder in Beton“ Tournee sollte die Katzenfreunde aus dem hohen Nordosten Deutschlands bereits über alle Landesgrenzen hinweg bekannt gemacht haben. Wenn dem nicht so ist: Das neue Album steht in den Startlöchern und verspricht deutschsprachige, doppelt verneinende Lyrik und Independendentpop mit Tiefgang - auch wenn sich immer alles ändern kann!

          http://minitimerkatzenposter.wordpress.com/

          2. „What I Feel” von X-In June

          Wer dem ausgefeilten Synthesizerpop der Schwaben lauscht, fühlt sich an die großen Momente von Depeche Mode erinnert, auch wenn die Songs vielleicht ein wenig mehr den Geist des Neunziger-Technos atmen und gesanglich in Richtung Brian Molko tendieren. Die Band feierte gerade den Pre-Release ihres neuen Albums auf dem internationalen Wave Gotik Treffen in Leipzig. Auf „Choose Your God“ reduzieren sie die Weltreligionen zum austauschbaren Surrogat einer nach Erleuchtung gierenden Gesellschaft des Monetarismus.

          http://www.x-injune.com/

          3. „Crescent City“ von Yuri Member

          Die Vorliebe für Folk des russischen Wahlösterreichers durchzieht unaufdringlich die beiden ersten Alben, ohne im Klischee des Altsiebzigers hängen zu bleiben. Dabei erinnern manche der ausnahmslos kurz gehaltenen Songs sogar an die kindlich verspielte Phase von The Cure: Xylophon, Bontempi und Kazoo lassen grüßen.

          http://yurimember.bandcamp.com/

          4. „Strutting” – von Tryad

          Kein Wunder, dass die Vorreiter der weltweiten Creative-Commons-Bewegung seit Jahren Kultstatus genießen: Die eindringliche Sogwirkung der Triphop Kompositionen findet ihre Erfüllung in einem scheinbar grenzenlosen Musikverständnis, das im Zitat von Filmmusik bis Weltmusik die eigentliche Botschaft transportiert: „We all sit on shoulders of giants“. Ist übrigens auch nur Zitat eines berühmten Sohnes aus Redmond, Washington.

          http://tryad.org/

          5. „Thanks for Nothing“ von Great White Buffalo

          Südstaatenrock, Countrybarbecue und ein Joint: Benannt nach dem Ted-Nugent-Song, erinnert der Sänger in seinen besten Momenten entfernt an Bono von U2, auch wenn die Gitarrenarbeit bei weiten nicht an die Sounddichte eines The Edge heran reichen kann. Kurzweilig sind Great White Buffalo allemal, und als Liveband auf dem texanischen SXSW South by Southwest kann man sich das Quartett auch durchaus vorstellen.

          http://gwb.la

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