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Internetstar Poppy : Madonna trifft Slipknot

Ein unschuldiger Blick und kaum Hinweise, wie man sie deuten soll: Poppy aus Los Angeles. Bild: ddp/Image Press Agency/Sipa USA

Das Internetphänomen Poppy wird ein richtiger Star. Die Musik ist überraschend und verstörend. Aber ist sie auch gut? Über Pop im Zeitalter verschobener Kategorien.

          2 Min.

          Spätestens nach fünf Minuten hält man es nicht mehr aus. Die ständigen Wiederholungen, den steten Wechsel zwischen einem Dutzend körperlichen Gesten, Posen, Nahaufnahmen von Lippen, Haaren, Händen, die leicht variierte Mädchenstimme, die attributlos „I’m Poppy“ ausspricht. Die Pastellfarben, die der zunehmend klaustrophoben Atmosphäre des Kunstwerks entgegenstehen. Diese Video-Loop des Youtube-Stars Poppy ist genau vier Jahre alt und wurde bislang 23,5 Millionen Mal angeklickt.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Hinter der Kunstfigur stehen die 25 Jahre alte Amerikanerin Moriah Rose Pereira, die dem Wesen zwischen androgynem Roboter und naiver Lolita Körper und Stimme leiht, und der Regisseur Titanic Sinclair, der mit der Sängerin Brittany Alexandria Sheets zuvor schon ein ähnliches Konzept mit Mars Argo verfolgt hat. Das Video „I’m Poppy“ trieb auf die Spitze, was nur zwei Monate zuvor mit „Poppy eats Cotton Candy“, ihrem ersten Youtube-Video, begonnen hatte: Ein blondes Mädchen isst neunzig Sekunden lang Zuckerwatte.

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