https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/eminems-neues-album-music-to-be-murdered-by-16586590.html

Musik zum Mord : Kontroverse um Eminems neues Album

  • Aktualisiert am

Das von Hitchcock inspirierte Albumcover Bild: Screenshot Twitter

Es kam wieder einmal überraschend: Das neue Album von Eminem heißt „Music To Be Murdered By“, der meistdiskutierte Song „Darkness“. Vom ersten Tag an waren Diskussionen garantiert.

          1 Min.

          Eminem hat überraschend ein neues Album veröffentlicht. Auf Twitter präsentierte der 47 Jahre alte Rapper am Freitag das Cover von „Music To Be Murdered By“, auf dem er sich eine Axt und einen Revolver an den Kopf hält, und schrieb dazu: „Es ist eure Beerdigung“. Unschwer zu erkennen ist die Reminiszenz an ein Motiv von Alfred Hitchcock, den Eminem in seinem Tweet „Meister Onkel Alfred“ nennt.

          Im Interlude „Alfred“ heißt es: „Mein Name ist Alfred Hitchcock und das ist Musik, zu der man sich ermorden lässt. Das ist Stimmungsmusik in der Halsschlagader. Also, warum entspannt ihr euch nicht? Lehnt euch zurück und lasst es euch gut gehen, bis der Gerichtsmediziner kommt.“

          2018 hatte der Rapper sein letztes Album „Kamikaze“ in einer ähnlich überraschenden Aktion veröffentlicht und auf Vorab-Werbung verzichtet. Auf die neue Platte haben es 20 Songs geschafft. Am Morgen wurde bereits über die diversen Kooperationen und ihr Für und Wider diskutiert: Zu hören sind da zum Beispiel der allseits präsente Popstar Ed Sheeran und der erst vor kurzem gestorbene Rapper Juice Wrld, der von Funk und Soul inspirierte Rapper Anderson .Paak und der aus Texas stammende Don Toliver.

          Auf Youtube veröffentlichte Eminem zunächst das Musikvideo zum Song „Darkness“, eine düstere Auseinandersetzung mit der Massenerschießung bei einem Country-Music-Festival 2017 in Las Vegas – und den Waffengesetzen in Amerika. „Wann wird das enden? Wenn sich genügend Leute damit beschäftigen“, heißt es am Ende des Videos.

          Auf Twitter und Instagram reagierten die Fans begeistert. Vor allem die Erkenntnis, an Eminems Sound habe sich nahezu nichts geändert, sorgte für Genugtuung.

          Im Song „Unaccommodating“ rappt Eminem:  „Ich denke darüber nach, während des Spiels 'lasst die Bomben los' zu schreien, als würde ich draußen vor einem Ariana-Grande-Konzert warten“. Die Zeilen spielen auf den Bombenanschlag bei einem Konzert des Popstars in Manchester 2017 an, als ein britischer Dschihadist 22 Menschen mit sich in den Tod riss. Vielen Nutzern, vor allem Fans von Ariana Grande, gefällt diese Referenz nicht, sie sprechen von Respektlosigkeit. Andere verweisen darauf, dass Eminem schließlich immer provokant gewesen sei. Und sich daran auch im Jahr 2020 nichts ändern werde.

          Schon auf „Kamikaze“ hatte sich der Rapper intensiv mit politischen Themen auseinandersetzt. Damals widmete er Donald Trump einige Zeilen. Auf „Music To Be Murdered By“ geht es aber auch wieder um seine persönlichen Erfahrungen und die Erinnerungen an familiäre Gewalt.

          Weitere Themen

          Weg mit der alten Melancholie

          Pearl Jam in Berlin : Weg mit der alten Melancholie

          Dieses Charisma ist weder zu bestreiten noch leicht zu erklären: Während der Grunge viele Tote zu beklagen hat, feierte die Band Pearl Jam in Berlin das Leben – inklusive Achtsamkeitsbitte.

          Das Lied lebt

          Neue CDs mit Kunstliedern : Das Lied lebt

          Welch ein Reichtum an Jugend und Ideen: Asmik Grigorian bringt Lieder von Sergej Rachmaninow zum Leuchten, Jakub Józef Orliński entdeckt die vokale Lyrik Polens, Konstantin Krimmel lässt Heines Ironie bei Franz Liszt aufblitzen.

          Topmeldungen

          Diese Phase ist entscheidend.

          Versagen der Grundschule : Verantwortungslose Schulpolitik

          Ein Fünftel der Kinder fällt am Ende der vierten Klasse als bildungsunfähig aus dem System, weil die Schule versagt hat. Das müssen die Kultusminister ändern – und zwar schnell.
          Einsatzkräfte am Fields-Einkaufszentrum in Kopenhagen nachdem dort Schüsse gefallen sind

          Kopenhagen : Mindestens drei Tote nach Schüssen in Einkaufszentrum

          In einem Einkaufszentrum in Kopenhagen sind am Sonntag mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden drei weitere Menschen schwer verletzt. Kurz nach den Schüssen wurde ein 22 Jahre alter Däne festgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.